Private Unfallversicherung – Ratgeber 2021!
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Die Unfallversicherung hat die Aufgabe, Arbeits- und Schulunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren abzusichern. Die gewerblichen Berufsgenossenschaften, die Unfallkassen und die Gemeindeunfallversicherungsverbände werden vom Spitzenverband „Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)“ vertreten.
Eine Unfallversicherung muss regelmäßig an die aktuellen Verhältnisse angepasst werden, daher kann man bei Vertragsabschluss eine dynamische Versicherung vereinbaren. Dann wird die private dynamische Unfallversicherung jedes Jahr um einen bestimmten Prozentsatz erhöht, dieser orientiert sich an der staatlichen Rentenversicherung.
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Themen auf dieser Seite
Die Kosten
Die Beitäge für die private Unfallversicherung errechnen sich aus der Gefahrenklasse, der Anzahl der versicherten Personen, der Versicherungshöhe und den gewählten Leistungen. Die Beiträge der gesetzlichen Unfallversicherung richten sich nach der Arbeitsentgeltsumme und ebenfalls nach derGefahrenklasse. Sie werden ausschließlich vom Arbeitgeber getragen. Der durchschnittliche Beitragssatz liegt bei etwa 1,3 Prozent. Es gibt eine große Anzahl von Anbietern für die private Unfallversicherung. Aber: Eine billige Unfallversicherung ist nicht immer auch gleich gut und günstig. Daher sind eine Beratung und ein Vergleich unbedingt notwendig.
Gesetzliche Unfallversicherung: Leistungen im Versicherungsfall
Abgesichtert sind die Unfälle, die sich am Arbeitsplatz, auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Weg von der Arbeit nach Hause ereignen. Ist ein Versicherungsfall eingetreten, so hat der Versicherte bei der gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) Anspruch auf folgende Leistungen:
- Leistungen zur medizinischen Rehabilitation
- Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft
- Leistungen bei Pflegebedürftigkeit
- Geldleistungen
Ist der Versicherte 26 Wochen nach einem Versicherungsfall immer noch erwerbsunfähig oder erwerbsgemindert, so hat er Anspruch auf eine Rente.
Im Falle des Todes oder der Invalidität bietet die Unfallversicherung vor allem finanzielle Mittel, dies kann eine festgelegte Summe oder eine Rente sein. Dazu zählen zum Beispiel auch Krankenhaustagegeld, Genesungsgeld, eine sofortige Zahlung bei einer schweren Verletzung oder eine lebenslange Rente.
Die meisten Arbeitnehmer in Deutschland sind aufgrund der Sozialversicherung auch gesetzlich unfallversichert. Dennoch bieten viele Krankenkassen eine zusätzliche freiwillige Unfallversicherung an, die den Versicherungsschutz deutlich erweitert.
Berufsunfähigkeitsversicherung
Krankenversicherung Deutschland
Checkliste: Das sollte eine gute Unfallversicherung enthalten
Interessante Urteile rund um die Unfallversicherung
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Information & Hintergrund
Die gesetzliche Unfallversicherung wird im Siebten Buch des Sozialgesetzbuches SGB VII (Artikel 1 des Gesetzes vom 7.8.1996, BGBI. I S. 1.254) geregelt. Auf den Seiten des Bundesministeriums der Justiz kann man sich das Gesetz zur gesetzlichen Unfallversicherung online anschauen. So kann man dort zum Beispiel folgenden Absatz finden: § 1 Prävention, Rehabilitation, Entschädigung: „Aufgabe der Unfallversicherung ist es, nach Maßgabe der Vorschriften dieses Buches mit allen geeigneten Mitteln Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten sowie arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten.“ Weiter zum Inhalt SGB VII
Versicherung ohne Gesundheitsprüfung
Einige Unternehmen bieten auch Unfallversicherungen ohne Gesundheitsprüfung an. Diese sollten jedoch mit Vorsicht genossen werden, denn dies kann dazu führen, dass erst im Leistungsfall Vorerkrankungen zu Kürzungen führen. Dennoch werden in den betroffenen Versicherungen nicht alle Antragsteller aufgenommen. So lehnen oft Unternehmen Personen ab, die älter als 59 Jahre sind, eine Pflegebedürftigkeit aufweisen oder Personen mit einer Behinderung von mehr als 30 Prozent. Einige Versicherer ohne Gesundheitsprüfungen kürzen die Leistungen nur, sofern die Erkrankung ursächlich mitverantwortlich für den Unfall ist (mindestens zu mindestens 50 Prozent).
Die Gefahrenklassen
Die Gefahrenklassen der Unfallversicherung ergeben sich wie folgt:
Gefahrengruppe A: kaufmännische oder verwaltende Tätigkeiten im Innen- und Außendienst, wie zum Beispiel Ärzte, Zahnärzte, Fotografen, Optiker, Verkäufer, Schneider, Studenten, usw.
Gefahrengruppe B: körperliche oder handwerkliche Tätigkeiten oder Tätigkeiten im Umgang mit ätzenden, giftigen, leicht entzündlichen oder explosiven Stoffen, wie zum Beispiel Bergleute, Kellner, Landwirte, Sportlehrer, Tierärzte, Tänzer, Soldaten, Polizisten, Feuerwehrmänner oder Zollbeamte
Gefahrengruppe K: Kinder
Das System der privaten Unfallversicherung
In der gesetzlichen Unfallversicherung sind nur Unfälle versichert, die auf der Arbeit, auf dem Weg dorthin oder auf dem Weg nach Hause geschehen. Es können aber auch in der Freizeit Unfälle passieren. Die Rate für solche Unfälle ist sogar höher. Folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über die Anzahl an Unfällen nach Ort, Ursache und Umfang. Die Gesamtwerte ergeben sich aus den statistischen Zahlen von 2015 bis 2017.
Unfallkategorie | Arbeit* | Schule* | Verkehr** | Haushalt*** | Freizeit*** | Gesamt |
---|---|---|---|---|---|---|
Tödliche Unfälle (absolut) | 424 | 41 | 3.170 | 9.816 | 10.628 | 24.079 |
Tödliche Unfälle (prozentual) | 1,76% | 0,17% | 13,16% | 40,77% | 44,14% | 100% |
Unfallverletzte in Millionen (absolut) | 1,06 | 1,35 | 0,39 | 3,15 | 3,89 | 9,84 |
Unfallverletzte (prozentual) | 10,77% | 13,72% | 3,96% | 32,01% | 39,53% | 100% |
* Werte für das Jahr 2016; Quelle (absolute Werte): DGUV – Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
**Prognose-Werte für 2017; Quelle (absolute Werte): Statistisches Bundesamt
***Aktuellste Unfallstatistik aus dem Jahr 2015; Quelle (absolute Werte): Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Daher sollte jeder, egal ob Kind oder Erwachsener, Rentner oder Arbeitnehmer, zusätzlich eine Unfallversicherung privat abschließen. Keinerlei Schutz für Arbeitslose ist in der gesetzlichen Unfallversicherung inbegriffen, daher sollten diese sich unbedingt privat unfallversichern.
Tarife mit Beitragsrückgewähr
Bei der privaten Unfallversicherung werden abhängig von den Leistungen die Beiträge berechnet. Die privaten Unfallversicherungen werben immer wieder mit Tarifen mit Beitragsrückgewähr und ähnlichem, wie in der folgenden Tabelle beschrieben. Aber bei solchen Verträgen sollte man genau durchrechnen, was in der persönlichen Situation sinnvoll ist.
Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr:
Ein Teil der geleisteten Beiträge oder auch die volle Summe wird nach Vertragsende an den Versicherten zurückgezahlt. (Vertragslaufzeit mindestens 20 Jahre)
Unfallversicherung mit garantierter Beitragsrückzahlung:
Am Ende der Laufzeit werden die Beiträge zurückgezahlt.
Aber ACHTUNG!: Dies ist eine Kombination aus Risikoschutz und Kapitallebensversicherung. Versicherte erhalten dadurch Mehrleistungen, die entsprechend höhere Beiträge mit sich bringen.
Funktion der Progression für private Verträge
Wird bei Abschluss einer Unfallversicherung eine Progression vereinbart, so steigt im Falle der Invalidität die Invaliditätssumme an. Normalerweise liegt die Progression zwischen 300 und 500 Prozent. Die Progression beginnt aber erst ab einer Invalidität über 25 Prozent. Das folgende Beispiel zeigt, wie die Invaliditätsleistung bei unterschiedlichen Progressionen ansteigt (Invaliditäts-Grundsumme bei 100.000 Euro):
Invaliditätsgrad | ohne Progr. | 300 % | 500 % |
---|---|---|---|
20% | 20.000 | 20.000 | 20.000 |
30% | 30.000 | 40.000 | 40.000 |
50% | 50.000 | 100.000 | 100.000 |
70% | 70.000 | 180.000 | 260.000 |
90% | 90.000 | 260.000 | 420.000 |
100% | 100.000 | 300.000 | 500.000 |
Spezielle Tarife für Senioren & Rentner
Schon ein kleiner Sturz kann bei älteren Menschen viel Schaden anrichten, sodass sie schnell auf Hilfe im Alltag angewiesen sind. Hilfe- und Pflegeleistungen direkt nach einem Unfall bieten sogenannte Senioren-Unfallversicherungen. Folgende Leistungen sollten in so einem Vertrag enthalten sein:
- Kostenübernahmen von sogenannten Assisteuren im Alltag
- Leistungsdauer mindestens bis 6 Monate nach dem Unfall
- 24-Stunden-Hausnotrufdienst
- Pflegeleistungen für den Versicherten (mind. 45 Minuten täglich Grundpflege entsprechend der Pflegestufe I)
- Pflegeleistungen für pflegebedürftige Partner und/oder Verwandte ersten Grades, wenn diese bisher vom Versicherten gepflegt wurde und dieser nicht mehr dazu in der Lage ist)
- einmal täglich Menüservice
- einmal wöchentlich Übernahme von Einkäufen und nötigen Besorgungen (2 Stunden)
- einmal wöchentlich Begleitung zu Arzt-, Therapie- und Behördengängen
- einmal wöchentlich Reinigung der Wohnung (2 Stunden)
- einmal wöchentlich Wäscheservice (2 Stunden)
Diese Leistungen und die dafür veranschlagten Zeiten richten sich nach den Empfehlungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherer (DGV).
Die 48-Stunden-Unfallversicherung
Aber nicht alle haben eine Unfallversicherung abgeschlossen. Dies wird vor allem kritisch, wenn ein mitunter gefährliches Erlebnis ansteht. Dies könnte zum Beispiel der Skiurlaub sein. Da kann es vorkommen, dass der Gedanke zur Unfallversicherung erst kommt, wenn man schon an der Skipiste steht. Dafür gibt es spezielle Unfallversicherungen, die nur 48 Stunden gültig sind und mit dem Smartphone schnell und bequem per App abgeschlossen werden können. Diese kostet oft nur etwa einen Euro, sichern aber auch nur ganz spezielle Risiken ab. So können sie zum Beispiel folgende Kosten übernehmen:
- Rettungskosten
- Krankenhausgeld
- 50.000 Euro im Todesfall
Bleibende Schäden werden hiermit aber nicht abgesichert. Also macht es mehr Sinn, eine langfristige Unfallversicherung abzuschließen.
Der „Brustkrebs-Schutzbrief“
Für Frauen gibt es spezielle Tarife im Bereich der Unfallversicherung. Diese haben Namen wie „Ladylike“ oder „Womancare“. Im Falle eine Krebsdiagnose leisten sie eine Einmalzahlung. Dieses Geld könnte zum Beispiel für alternative Behandlungen, eine Haushaltshilfe oder die Kinderbetreuung hilfreich sein. Vor allem für Frauen mit einem erblich erhöhten Risiko ist diese Art der Versicherung interessant. Allerdings kann sie nicht mehr abgeschlossen werden, wenn es vorher bereits eine Krebserkrankung gab und es werden nur ganz bestimmte Krebsarten versichert.
Weitere Tipps der Redaktion
Wichtige Fragen zur Unfallversicherung – FAQ
Gesetzlich Versicherte
In der gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) sind folgende Personenkreise versichert:
- Arbeitnehmer und Angestellte
- Landwirte und deren Familienangehörige
- Schüler und Studenten
- Behinderte Menschen in Werkstätten für behinderte Menschen
- Helfer bei Unglücksfällen
- Blut- und Organspender
- Häuslich Pflegende und Haushaltshilfen
- Helfer bei nicht gewerbsmäßigen Bauarbeiten
- Personen, die für den Bund, ein Land, eine Gemeinde oder eine andere öffentlich-rechtliche Institution ehrenamtlich tätig sind
- Zeugen vor Gericht
- Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger bei Erfüllung ihrer Meldepflichten
- Strafgefangene und Entwicklungshelfer
- Freiwillig versicherte Unternehmer