Rürup-Rente – Ratgeber 2021!
Die Rürup-Rente oder auch Basisrente ist eine staatlich geförderte Altersvorsorge, die es seit dem Jahr 2005 in Deutschland gibt. Dazu gibt es einen Rentenversicherungsvertrag, der der gesetzlichen Rente ähnelt.
Die Rürup-Rente ist aber kapitalgedeckt und nicht umlagefinanziert. Auf den Weg gebracht wurde sie von dem Ökonomen Bert Rürup und eignet sich insbesondere für Selbstständige.
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Ähnlich wie bei der Riester-Rente gibt es bei der Basisrente kein Kapitalwahlrecht, ganz im Gegenteil zur sonst normalen privaten Rentenversicherung. Das bedeutet, dass der angesparte Betrag später nicht in voller Summe ausgezahlt werden darf, sondern er wird ein Leben lang in Renten gezahlt. Diese sogenannte Verrentungspflicht gilt für alle Leistungsmerkmale eines abgeschlossenen Vertrages. Dazu gehören auch Todesfallleistung, Berufsunfähigkeitsrente oder die Beitragsrückgewähr als Leistung im Todesfall.
Weniger Zinsen seit 2015
Die Entscheidung für eine klassische Rürup-Rentenversicherung, die keinerlei Fonds beinhaltet, war besonders vor 2015 interessant, bevor der Garantiezins herabgesetzt wurde, bis Ende 2014 betrug dieser immerhin 1,75 Prozent. Zum 1. Januar 2015 wurde der Garantiezins hingegen auf 1,25 Prozent gesenkt. Ratsam ist ein solcher Tarif zum Beispiel für gutverdienende Selbstständige.
Wann lohnt sich die Rürup-Rente? – Vorteile und Nachteile im Vergleich
Wer eine Rürup-Rente abschließen kann, ist sehr eindeutig, denn dies kann jeder, aber sie lohnt sich nicht für alle. Die Rürup-Rente lohnt sich vor allem für Selbstständige, die eine relativ hohe Steuerbelastung haben, denn diese können die Förderung der Riester-Rente oder die betriebliche Altersvorsorge nicht in Anspruch nehmen. Aber auch Angestellte können gut die Rürup-Rente nutzen, denn durch den neuen Sonderausgaben-Höchstbetrag von 22.172 Euro im Jahr für Alleinstehende kann man auch so gut fürs Alter vorsorgen. Der Höchstbetrag für gemeinsam veranlagte Ehegatten liegt bei 44.344 Euro im Jahr. Die Vor- und Nachteile sind im Folgenden gegenübergestellt:
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Vorteile der Rürup-Rente
- Steuervorteile durch den Sonderausgabenabzug
- bei einer längeren Arbeitslosigkeit (ALG II) wird angespartes Kapital bei der Anrechnung von Vermögen nicht berücksichtigt
- die Verträge sind während der Ansparphase vor der Pfändung geschützt, wenn die Beiträge gefördert werden
- flexible Besparung: Ein Selbstständiger kann zum Beispiel mit kleineren monatlichen Beiträgen beginnen und diese dann mit Einmalzahlungen ergänzen. Diese Einmalzahlungen lassen sich ebenso für eine bestimmte Zeit aussetzen, etwa in wirtschaftlich schwierigen Phasen.
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Nachteile der Rürup-Rente
- die Rentenzahlungen werden abhängig vom Rentenbeginnjahr versteuert (Kohortenprinzip)
- eine Kündigung der Verträge und die Auszahlung eines „Rückkaufwertes“ ist nicht möglich
- das eingezahlte Kapital verfällt bei Tod vor dem Rentenbeginn und auch nach dem Rentenbeginn, es kann aber eine Zusatzversicherung (Hinterbliebenen-Rente) bei einigen Versicherungen abgeschlossen werden
- für zugezahlte Beiträge werden zusätzliche Gebühren verlangt
- die Übertragung des Sparguthabens auf einen anderen Anbieter ist kaum möglich, man kann den Vertrag lediglich beitragsfrei stellen.
Hinweis: Die Rürup-Rente lohnt sich nicht für Personen, die über nur ein geringes oder sogar gar kein Einkommen verfügen, das zu versteuern ist.
Mit privater Rente ins Alter
Rürup-Rente bei Stiftung Warentest:
„Vor allem Selbstständige und Freiberufler können so steuerbegünstigt Geld für das Alter ansparen“. (test.de)
Ökotest: „Auch für ältere Arbeitnehmer mit hohem Verdienst und für Beamte gelten Rürup-Verträge als steuergünstige Vorsorge.“ (ökotest.de)
Rürup-Rente und Arbeitslosigkeit
Wird ein Versicherter arbeitslos und erhält Arbeitslosengeld, so kann er seinen Vertrag vor dem Rentenbeginn nicht einfach kündigen. Er kann ihn lediglich beitragsfrei stellen. Bei der Berechnung von Arbeitslosengeld II wird der Wert des Rürup-Vertrages nicht als Vermögen berücksichtigt. Außerdem ist der Vertrag auch während der Ansparphase unpfändbar. Während der Rentenphase allerdings können Teile der Rente, die über der Pfändungsfreigrenze liegen, gepfändet werden.
Steuerfreie Beiträge der Rentenphase
Bis zum Jahr 2040 sind die Renten aus der Rürup-Rente nur begrenzt zu versteuern. Mit dem Beginn des Rentenbezugs wird der steuerfreie Anteil als fester Betrag in Euro für den Rest des Lebens festgeschrieben. Im Jahr 2005 lag der steuerpflichtige Prozentsatz bei 50 Prozent. Bis zum Jahr 2020 wird er jährlich um 2 Prozent steigen und danach bis 2040 noch um 1 Prozent. Das bedeutet, dass die Leistungen für die erstmals ausgezahlte Rürup-Rente ab 2040 voll zu versteuern ist, wie auch die folgende Übersicht zeigt:
Was vor dem Vertragsabschluss zu beachten ist
Interessiert man sich für eine Rürup-Rente, so gibt es viele Dinge zu beachten, bevor man einen Vertrag abschließt. Wie funktioniert sie überhaupt? Die Basisrente lohnt sich eigentlich nur für Selbstständige, die im Alter eine Rente wollen und die regelmäßig die Beiträge aufbringen können. Weiterhin sind folgende Punkte zu beachten:
- Entscheidung für die klassische oder die fondsgebundene Rürup-Rente?
- Ein späterer Anbieterwechsel ist oft nicht möglich, daher sollte die Wechselmöglichkeit im Vertrag verankert werden.
- Hat das Versicherungsunternehmen ein Rürup-Zertifikat? Diese bestätigt jedoch nur, dass das Unternehmen die Voraussetzungen für die staatliche Förderung erfüllt. Es zeigt nicht, dass sie zwangsläufig gute Produkte anbieten. Dazu sollten zum Beispiel die Testergebnisse von Stiftung Warentest verglichen werden.
Die Rürup-Rente kündigen
Eine Rürup-Rente kann nicht einfach gekündigt werden, denn es ist nicht möglich, sich das Kapital sofort auszahlen zu lassen. Es gibt allerdings die Möglichkeit, in einer finanziellen Notlage die Zahlung der Beiträge für einige Zeit auszusetzen. Maximal 30 Tage nach Vertragsbeginn kann eine Rürup-Rente ohne die Angabe von Gründen gekündigt werden. Hat die Versicherung dem Kunden jedoch vor Vertragsbeginn wichtige Informationen vorenthalten, so kann sie bis ein Jahr danach gekündigt werden.
Beiträge und Kosten: Rürup-Rente Rechner
In der Ansparphase werden die Beiträge gestaffelt von der Steuer begünstigt, dafür müssen sie aber im Rentenalter voll versteuert werden. Ab 2005 wurden sie mit 60 Prozent beginnend steuerlich begünstigt. Das bedeutet folgende Entwicklung in den Folgejahren:
Das heißt also, dass der als Sonderausgaben abziehbare Höchstbetrag im Jahr 2025 bis auf 100 Prozent des aufgebrachten Beitrags steigen wird. Dafür, dass die Rürup-Rente als Sonderausgabe von der Steuer absetzbar ist, müssen aber folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- Im Versicherungsvertrag muss die Zahlung einer monatlichen und lebenslangen Leibrente vorgesehen sein.
- Die Rente darf bei einem Vertragsabschluss nach dem 31. Dezember 2011 nicht vor der Vollendung des 62. Lebensjahres beginnen. (Vertragsabschluss vor dem 01.01.2012: nicht vor der Vollendung des 60. Lebensjahres)
- Die Ansprüche sind nicht vererbbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar (§10 Abs. 1 Nur. 2b EStG)
Im Gegensatz zur Riester-Rente sind in der Rürup-Rente nur die Menschen förderberechtigt, die einkommenssteuerpflichtig sind. Zudem müssen sie ihren ständigen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland haben. Förderberechtigt sind also Arbeitnehmer, Selbstständige und Freiberufler, Beamte sowie Senioren. Über einen Rürup-Rechner können die Beiträge des gewählten Vertrags berechnet werden.
Die Rürup-Rente in der Steuererklärung – Wie wird sie versteuert?
In der Steuererklärung können die Beiträge der Rürup-Rente als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Dafür muss die Anlage „Vorsorgeaufwand“ ausgefüllt werden. Die Gesamthöhe der absetzbaren Beiträge ist auf 20.000 Euro begrenzt. Beiträge zu berufsständischen Versorgungswerken verringern diesen Betrag jedoch. Dieser Maximalbetrag soll in Zukunft auf 24.000 Euro steigen, dazu gibt es einen Gesetzesentwurf, über den noch abgestimmt werden muss.
Die fondsgebundene Rürup-Rente
Neben der klassischen Rürup-Rente gibt es noch die fondsgebundene Rürup-Rente. Finanztest warnt jedoch davor solch einen Vertrag abzuschließen, denn bei Vertragsabschluss weiß man noch nicht, mit welchem Faktor die Rente später berechnet wird. Außerdem ist völlig unklar, wie viel Geld bei Rentenbeginn letztendlich zur Verfügung steht. Der Wert des Fonds ist ständigen Schwankungen unterworfen. Hat man sich dennoch für eine Basisrente entschieden, so sollte man unbedingt Testergebnisse und Vergleiche zu Rate ziehen und sich nicht voreilig entscheiden. So testet zum Beispiel Finanztest regelmäßig die Anbieter der privaten Altersvorsorge in Deutschland. Dabei geht es in den Tests hauptsächlich um die Zuverlässigkeit der Rentenzusage, den Anlageerfolg, die Flexibilität in den Verträgen und die Transparenz.
Im Test: Aktuelle und frühere Testsieger bis 2014
Wie viele andere Versicherungssparten wird auch die Rürup-Rente regelmäßig getestet. Ende 2013 führte das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) einen Test durch. Geprüft wurden dabei Sicherheit, Transparenz, Rendite und Flexibilität. Auch Finanztest führt regelmäßig solche Tests durch. Die folgenden Tabelle zeigt aktuelle Testsieger:
Rürup-Rente Test | Finanztet 12/2014 | IVPF 2013 | Finanztest 12/2011 | Finanztest 04/2008 |
---|---|---|---|---|
1. Rang | Europa | Europa | Debeka | CosmosDirekt |
2. Rang | VHV | Huk-Coburg | Europa | Europa |
3. Rang | HanseMerkur | Debeka | Huk24 | Debeka |
4. Rang | Huk24 | Hannoversche | Hannoversche | WGV |
5. Rang | Interrisk | Allianz | Huk-Coburg | HanseMerkur |
Wichtige Fragen zur Rürup-Rente
Ist die Rürup-Rente gut bzw. für welche Personen lohnt es?
Ob die Rürup-Rente gut ist, muss im individuellen Fall entschieden werden, denn sie lohnt sich nicht für alle. Vor allem Selbstständige können von dieser Art der Altersvorsorge profitieren, da diese Personen oft eine hohe steuerliche Belastung haben. Aber auch für Angestellte kann sie sich im Einzelfall lohnen.Zudem ist es von den gewählten Tarifen und Versicherungsunternehmen abhängig. Dazu können unabhängige Tests sehr hilfreich sein.
Seit wann gibt es die Rürup-Rente?
Die Rürup-Rente gibt es in Deutschland seit 2005. Rürup-Rente ist nur eine umgangssprachliche Bezeichnung nach dem Ökonomen Bert Rürup, die korrekte Bezeichnung ist Basisrente. Zuvor gab es bereits die betriebliche Altersvorsorge, die private Rentenversicherung sowie die Riester-Rente.
Bis wann sollte eine Rürup-Rente abgeschlossen werden?
Grundsätzlich gilt, je früher eine Altersvorsorge abgeschlossen wird, umso besser. Aber auch als Rentner kann noch eine Rürup-Rente abgeschlossen werden. So kann zum Beispiel Kapital in einen Rürup-Sofort-Rentenvertrag eingezahlt werden. Die Auszahlung der vereinbarten Rente beginnt dann sofort. Bei einer normalen Basisrente beginnt die Auszahlung frühestens ab dem 60. Lebensjahr. Wurde der Vertrag ab 2012 abgeschlossen, dann sogar erst ab dem 62. Lebensjahr.
Wie wird die Rürup-Rente gefördert?
Durch den Sonderausgabenabzug gibt es bei der Rürup-Rente steuerliche Vorteile. Zudem wird sie bei einer längeren Arbeitslosigkeit nicht als zu anrechnendes Vermögen erhoben.
Ist die Rürup-Rente vererbbar?
Eine Rürup-Rente ist nicht vererbbar, das bedeutet, dass das angesparte Vermögen im Todesfall zugunsten des Versicherungsunternehmens verfallen würde. Es gibt jedoch auch andere Möglichkeiten. So kann im Versicherungsvertrag eine Hinterbliebenenrente vereinbart werden, die an den Ehepartner oder an kindergeldberechtigte Kinder ausgezahlt wird. Ob diese auch nach Rentenbeginn gezahlt wird, ist vom jeweiligen Vertrag abhängig. Ebenso kann eine Zusatzversicherung zur „Beitragsrückerstattung im Todesfall vor Rentenbeginn“ abgeschlossen werden.
Was ist besser – Rürup- oder Riester-Rente?
Ob eine Rürup-Rente oder eine Riester-Rente besser ist, kann so pauschal nicht gesagt werden, denn dies ist von Person zu Person unterschiedlich. Beide Versicherungsarten haben ihre Vorteile und die Wahl muss im Einzelfall getroffen werden.
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