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Riester-Rente – Ratgeber 2021!
Die Riester-Rente ist eine privat finanzierte Rente. Sie wird vom Staat durch attraktive Zulagen und Sonderausgabenabzugsmöglichkeiten gefördert.
Das Konzept ist grundsätzlich empfehlenswert, da die gesetzliche Rente im Alter nicht bei allen ausreichen wird und gut durch diese zusätzliche Absicherung ergänzt werden kann. Abhängig von Einkommen und Familiensituation berechnet sich die Höhe der Zulagen.
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Die Bezeichnung dieser Altersvorsorge geht auf Walter Riester zurück. Dieser hat einst als Bundesminister für Arbeit und Soziales vorgeschlagen, die Förderung der freiwilligen privaten Rentenversicherung durch eine Altersvorsorgezulage zu gestalten.
Pläne des Koalitionsvertrags 2013
2013 wurde im Koalitionsvertrag festgehalten, dass viel in die Rente investiert werden solle. Da bleibt für die Riester-Rente erstmal kein Geld übrig. Diese Art der privaten Rentenversicherung wurde direkt nicht einmal erwähnt. Eine Reform wäre aber notwendig, denn es werden immer weniger Neuverträge abgeschlossen.
In einem Punkt findet die Riesterrente dennoch Erwähnung. Dabei geht es um die Lebensleistungsrente von etwa 850 Euro, die zum Schutz vor der Altersarmut für Geringverdiener da ist. Diese soll künftig nur noch jemand erhalten, der auch privat vorgesorgt hat.
Riester-Rente: Vergleich Online für staatliche Zulagen
Seit der Einführung der Riesterförderung steigt die Anzahl der abgeschlossenen Verträge immer weiter an, wie die folgende Tabelle zeigt:
Jahr | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 |
---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Verträge (in Mio.) | 3,37 | 3,92 | 4,19 | 5,63 | 8,05 | 10,76 | 12,15 | 13,25 | 14,36 | 15,31 | 15,68 |
Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Die Leistungen im Alter
Die Leistungen der Riester-Rente sind normalerweise vom jeweiligen Vertrag abhängig. Der übliche Rentenbeginn ist mit dem 67. Lebensjahr erreicht. Grundsätzlich gibt es folgende drei Möglichkeiten:
- eine lebenslange monatliche Rentenzahlung (Rentenbeginn frühestens nach der Vollendung des 60. Lebensjahres)
- die Teilkapitalisierung von maximal 30 Prozent des Kapitals zu Rentenbeginn
- die Übertragung des Kapitals im Todesfall auf den hinterbliebenen Ehegatten, der dafür selbst auch einen Vertrag abgeschlossen haben muss
Egal wie schlecht ein Anbieter wirtschaftet oder wie teuer die Rentenversicherung ist, der Versicherer muss immer sicherstellen, dass der Versicherte nach Laufzeitende mindestens seine eingezahlten Beiträge und die Zulagen zurück erhält.
Höhe der Kinderzulage
Die jährliche Kinderzulage beträgt für Kinder, die vor 2008 geboren sind, 185 Euro. Für Kinder, die nach dem Jahr 2008 geboren sind, erhalten die Eltern 300 Euro im Jahr. Unter 25 jährige Sparer, bekommen zusätzlich zur Grundzulage einen einmaligen Berufseinsteigerbonus in Höhe von 200 Euro im ersten Beitragsjahr. Diese Zulage bleibt, unabhängig von der Veränderung der Zinsen, stabil. So machten sie 2014 bis zu 8,5 Prozent der Rendite im Jahr aus.
Das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz
Mit diesem Gesetz, das am 24. Juni 2013 verabschiedet wurde, soll die Riester-Rente kundenfreundlicher werden. So müssen alle wichtigen Kennzahlen des Vertrages auf einem Produktinformationsblatt zusammengefasst werden. Darauf müssen außerdem die Abschluss- und Vertriebskosten transparent gemacht werden.
Bei einem Wechsel des Anbieters dürfen die Kosten 150 Euro nicht mehr übersteigen und der neue Anbieter darf maximal 50 Prozent der bisher veranschlagten Kosten für Abschluss und Vertrieb kassieren. Für den Fall, dass sich der Kunde über eine Riesterrente auch für die Berufsunfähigkeit absichern möchte (Regelungen zur steuerlichen Behandlung einer BU), kann er dann dafür statt 15 nun 20 Prozent des Beitrages aufwenden. Zudem gab es Verbesserungen bei der Einbeziehung von selbst genutztem Wohneigentum. Die Verfahren dazu wurden vereinfacht.
Neuerungen seit 2014
Seit Januar 2014 gibt es Neuerungen, die beispielsweise die Absicherung bei Erwerbsminderung betreffen. So können Versicherte, Aufwendungen für einen zertifizierten Absicherungsvertrag im Alter geltend machen. Dies ist zusammenhängend mit dem Abzugsvolumen der Basisversorgung möglich. Im Vertrag muss aber die Zahlung einer lebenslangen Rente vereinbart sein.
Eine weitere Änderungen seit dem 1. Januar 2014 betrifft die Entnahmemöglichkeiten aus dem Wohn-Riester. So kann Vermögen aus der Altersvorsorge dann flexibler für den Bau von Wohneigentum genutzt werden, wenn es für den Eigengebrauch bestimmt ist. Das Kapital kann für die Umschuldung eines aufgenommenen Darlehens zu jeder Zeit genutzt werden. Zudem kann es für die Finanzierung eines barrierefreien Umbaus von Wohnräumen dienen, ohne dass dabei Einbußen bei der Förderung befürchtet werden müssen.
Altersvorsorge mit staatlicher Unterstützung
Stiftung Warentest:
„Die Riester-Rente ist schon fast ein Muss für jeden, der sie bekommen kann.“ (test.de)
Focus Money:
„Riester ist ein Renner: Mehr als 12,5 Millionen Verträge der (…) staatlich geförderten Altersvorsorge gibt es inzwischen.“ (focus.de)
Flexibilität beim Banksparplan
Ein Banksparplan der Riester-Versicherung ist ein Sparvertrag mit einem variablen Zins. Die Zinsen folgen abhängig vom Angebot langsam oder schnell dem aktuellen Zinsniveau. Interessant ist dies oft aber nur für Kunden ab 40 Jahren. Der Banksparplan eignet sich auch besonders für Immobilienkäufer.
Aktuelle und frühere Testsieger
Regelmäßig nimmt die Stiftung Warentest die Tarife der Riester-Rentenversicherung unter die Lupe. Trotz der Verbesserungen durch das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz, gibt es immer noch keinen Tarif, der mit „sehr gut“ abschließen konnte. Die Kritik häuft sich immer weiter. Testkriterien beim aktuellen Test der Ausgabe 12/2013 waren zum Beispiel die Rentenzusage und die Kosten, der Anlageerfolg, die Transparenzund die Flexibilität der Verträge. Die folgende Tabelle zeigt die Testsieger bei Stiftung Warentest:
Test | 12/2013 | 10/2012 | 10/2010 | 10/2008 |
---|---|---|---|---|
1. Rang | Huk24 | Huk24 | Alte Leipziger | CosmosDirekt |
2. Rang | Alte Leipziger | Alte Leipziger | Debeka | HanseMerkur |
3. Rang | Hannoversche | Debeka | HanseMerkur | Debeka |
4. Rang | Hannoversche | Hannoversche | PBV | Asstel |
5. Rang | HanseMerkur | HanseMerkur | Asstel | PBV |
In der Ausgabe 10/2013 hat Finanztest die Riester-Fondssparpläne genauer betrachtet. Dabei wurde nicht wie üblich eine Endnote vergeben, sondern die unterschiedlichen Varianten wurden unter die Lupe genommen und es wurde jeweils ein Kommentar zu diesen abgegeben. Ein wichtiges Ergebnis dieser Untersuchung ist, dass Versicherte bei Beginn einer solchen Ansparphase mindestens 20 bis 30 Jahre Zeit bis zur Rente haben sollten. Gute Verträge sind laut Finanztest zum Beispiel die DWS TopRente Dynamik oder die UniProfiRente.
Beiträge zu dieser privaten Altersvorsorge
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Die Riester-Rente ist (neben anderen Arten der Altersvorsorge) eine der wenigen staatlich geförderten Rentenformen. Um aber die volle staatliche Förderung zu erhalten, müssen mindestens vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Einkommens aus dem Vorjahr eingezahlt werden, maximal jedoch 2.100 Euro. Daher muss der Beitrag bei einer Gehaltserhöhung unbedingt angepasst werden. Zu den Einzahlungen werden die Grundzulage und die Kinderzulage angerechnet. Können nicht die vollen vier Prozent eingezahlt werden, so werden die Zulagen nur anteilig ausgezahlt. Die volle Förderung wird erst bei einer Einzahlung von mindestens 2.100 Euro im Jahr ausgeschöpft.
Unterschiedliche Möglichkeiten für das „Riestern“
Rentenversicherung
Eine Riester-Rente kostet beim Abschluss und in der Verwaltung viel Geld. Daher fallen oft 15 Prozent der Beiträge nur auf diese Kosten ab.
Banksparplan
Die Kosten für einen Banksparplan sind vergleichsweise niedrig, so dass die Banken laufende Kosten über einen Zinsabschlag finanzieren. Auch die Kosten für den Wechsel sind vergleichsweise gering und Abschluss- oder Verwaltungskosten gibt es oft gar nicht.
Fondssparplan
Die Kosten für einen Fondssparplan sind eher hoch. So beträgt der Ausgabeaufschlag beim Kauf eines Fonds bis zu fünf Prozent der Rate. Das Management der Fonds kostet im Jahr bis zu 1,94 Prozent der Anlagesumme.
Bausparvertrag
Die Kosten für den Abschluss eines Baussparvertrages belaufen sich auf ein Prozent der Bausparsumme und sind damit sehr niedrig. Für Kontogebühren können im Jahr bis zu 30 Euro anfallen. Falls es später ein Darlehen gibt, können eventuell auch Zinsen und Darlehensgebühren anfallen.
Wohn-Riester/Riester-Darlehen
Mit einem Riester-Darlehen können die Kosten für die Finanzierung von Wohneigentum gesenkt werden. Es werden, wie bei einem normalen Darlehen, Zins und Tilgung gezahlt. Hinzu kommen die staatliche Förderung und möglicherweise Steuererspanisse, die die Rückzahlung mit tilgen.
Checkliste: Der Weg zur Vorsorge
Was muss vor dem Abschluss der Riester-Rente beachtet werden?
1. Ermittlung des Rentenanspruchs: Wie viel gesetzliche Rente wird es voraussichtlich im Alter geben? Informationen darüber gibt es in der jährlichen Renteninformation, welche von der gesetzlichen Rentenversicherung verschickt wird. Dazu werden mögliche Betriebsrenten addiert, sodass sich die voraussichtliche Rentenhöhe im Alter ergibt.
2. Bestimmung der Versorgungslücke: Die Versorgungslücke ist die Differenz zwischen dem aktuellen Nettoeinkommen und den voraussichtlichen Rentenleistungen.
3. Prüfung der verfügbaren finanziellen Mittel: Um die Versorgungslücke später schließen zu können, sollte eine private Rentenversicherung abgeschlossen werden. Dazu muss jedoch zunächst geprüft werden, wie viel Geld zur Verfügung steht, um solch eine Altersvorsorge zu treffen. Es muss also der Haushaltsüberschuss berechnet werden, wobei Dinge wie der Jahresurlaub oder der mögliche Kauf eines neuen Autos nicht vergessen werden dürfen. Denn größere einmalige Ausgaben kann es immer geben.
4. Wahl des Produktes: Welche Vorsorgeprodukt passt zu der jeweiligen Lebenssituation?
- Wie lange dauert es noch bis zum Renteneintritt?
- Soll es lebenslange Zahlungen geben oder solange, bis das Guthaben verbraucht ist?
- Soll es einen Hinterbliebenenschutz geben?
- Soll einmal in Wohneigentum investiert werden?
5. Staatliche Förderungen: Steuervorteile und staatliche Förderungen sollten unbedingt beantragt und damit ausgenutzt werden.
6. Vorsicht mit der Steuerbelastung: Diese Rente ist bei der Auszahlung zu 100 Prozent steuerpflichtig.
7. Überprüfung der Vorsorge: Nach dem Abschluss dieser privaten Altersvorsorge sollte diese trotzdem immer wieder kontrolliert werden. Ändern sich etwa die Lebensumstände, zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit, sollte der Vertrag angepasst werden.
Absicherung von Risiken: Achtung! Eine Riester-Rente sollte einer Risikolebensversicherung, einer Berufsunfähigkeitsversicherung und einer privaten Haftpflichtversicherung nicht vorgezogen werden.
Das Zulageverfahren: Wer ist zuständig?
Zuständig für die Zulagen des Staates ist die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Sie führt das Zulageverfahren durch, welches einer der wichtigsten Teile der Rentenreform 2001 war. Weitere Aufgabenbereiche sind:
- Die Berechnung und Auszahlung der Zulagen zur Riester-Rente.
- Eine eventuell notwendige Rückabwicklung von Zulagen, welche zu Unrecht gezahlt wurden.
- Das Verfahren zur Verwendung von Altersvorsorgekapital zum Erwerb oder zum Bau von selbstgenutzten Immobilien.
- Der Abgleich von Daten mit dem Rentenversicherungsträger, den Familienkassen der Bundesagentur für Arbeit, den zuständigen Besoldungsstellen und den Finanzämtern zur Überprüfung der Zulagen
Weitere Informationen gibt es auf den Seiten der Zulagenstelle für Altersvermögen.
Berechtigte Kritik an der Riester-Rente?
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Oft gibt es die Kritik, dass sich die staatlich geförderte Riester-Rente nicht lohne. Dies kann aber auch nach Ansicht von Stiftung Warentest nicht pauschalisiert werden. Riester-Verträge lohnen sich vor allem für Menschen, die vorhaben, ein Haus zu bauen. Versicherte profitieren nicht nur von den Zulagen, sondern auch von diversen Steuervorteilen. Wichtig bei der Entscheidung für die Riester-Rente ist der Produkttyp. Je mehr ein Versicherter einzahlt, umso älter muss er letztendlich werden, damit er soviel Rente erhält, wie er eingezahlt und an staatlichen Zulagen erhalten hat. Nach Meinungen von Experten sollten solche Verträge nicht bei Versicherungen abgeschlossen werden, sondern eher bei Banken oder Sparkassen. Grund: Versicherungen erheben oftmals höhere Abschluss- und Verwaltungskosten. Grundsätzlich gilt, dass es vor dem Vertragsabschluss eine umfassende Beratung geben sollte.
Wohn-Riester: günstig Bauen
Ist auf einem Vertrag dieser Art Geld angespart worden, so kann dieses als Eigenkapital für die Immobilienfinanzierung verwendet werden. Ebenso erhält man für die Tilgung des Darlehens die gleichen Zulagen und Steuervorteile wie für den Riester-Sparvertrag. Diese Bausparverträge lohnen sich aber meist nur, wenn später wirklich eine Immobilie gebaut oder gekauft wird. Seit Jahresbeginn können viel mehr Hauseigentümer die Förderung nutzen, um damit ihre Schulden zu tilgen. Dies ist aktuell besser, da sie so Kreditzinsen sparen können und die Renditen der Riester-Verträge derzeit sehr gering sind.
Wohn-Riester im Ausland
Personen, die mit dem Vertrag ein Eigenheim gebaut haben, können dieses verkaufen und innerhalb der EU in ein neues Haus investieren. Die Besteuerung dieses Wohnförderkontos ist vom sogenannten Doppelbesteuerungsabkommen abhängig. Nach dem Hausverkaufkann das Geld aber auch in einen anderen Vertrag investiert werden, um später eine Rente ausgezahlt zu bekommen.
Soll aber außerhalb der EU ein Haus gekauft werden, so muss das Wohnförderkontoauf einmal komplett mit der Einkommenssteuererklärung versteuert werden. Die staatliche Förderung können Sie dann ohne Abzüge behalten.
5 häufige Irrtümer zur Riester-Rente
1. Die Riester-Rente ist teuer und nicht transparent.
Es gibt viele verschiedene Riester-Produkte. Daraus muss für jeden individuell das beste gefunden werden. Es gibt günstige und auch sehr transparente Produkte. Dies wurde auch von unabhängigen Testinstitutionen bereits mehrmals bestätigt.
2. Nicht jeder darf riestern.
Jeder darf riester, aber nicht jeder erhält eine staatliche Förderung. Sogar Kinder können einen Riester-Vertrag haben. Dann können Eltern und Familienangehörige dafür einzahlen.
3. Nur mit vielen Kindern lohnt sich riestern.
Auch für Kinderlose kann sich eine Riester-Rente lohnen, denn der Beitrag kann von der Steuer abgesetzt werden.
4. Damit sich Riestern auszahlt, muss der Sparer sehr alt werden.
Das stimmt nicht. Förderberechtigt sind beispielsweise auch Ehepartner, die die Kinder erziehen. Bei zwei Kindern und 60 Euro Einzahlung jährlich, besteht Anspruch auf 754 Euro Zulagen. Zahlt der Ehepartner nun zum Beispiel 25 Jahre ein, so hat er 1.500 Euro eingezahlt und zusammen mit den Zulagen ein Guthaben von 20.350 Euro. So hat diese Person bei Rentenbezug schon nach wenigen Jahren das eingezahlte Geld wieder raus.
5. Riestern ist unflexibel.
Bei der Wahl des richtigen und eines guten Tarifes, bietet die Riester-Rente sehr viel Flexibilität. Wichtig: Um ein gutes, bzw. passendes Produkt zu finden, ist eine Beratung vorab wichtig.
Als Rentner im Ausland
Zieht ein Rentner nach dem Rentenbeginn in ein Land, das zur Europäischen Union (EU) oder zum europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gehört, muss die staatliche Förderung nicht zurückgezahlt werden. Steuern müssen diese Personen aber dennoch zahlen. In welchem Land Steuern zu entrichten sind, ist vom Doppelbesteuerungsabkommen mit dem jeweiligen Land abhängig. Häufig muss aber im Land des neuen Wohnortes gezahlt werden. Rentner, die nach Amerika, Asien, Afrika oder in die Schweiz gehen, brauchen zwar keine Steuern zu zahlen. Aber Deutschland verlangt in diesem Fall sämtliche Fördergelder und Gelder durch Steuervorteile zurück. So werden von jeder Auszahlung 15 Prozent für die Zulagenstelle abgezogen, bis die gesamte Förderung zurückgezahlt ist.
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Die Förderung – Ein Rechenbeispiel
Eine Frau hat zwei Kinder: Kind 1 ist 2001 und Kind 2 2010 geboren. Also erhält die Mutter 185 Euro und 300 Euro jährliche Kinderzulage, das sind 485 Euro insgesamt. Zusammen mit der Grundzulage erhält sie also eine Förderung von 639 Euro. Die Frau hat ein Einkommen von 40.000 Euro im Jahr, muss also mindestens einen Beitrag von 1.600 Euro zahlen. Dazu muss sie wegen der Grundzulage und der Kinderzulagen aber nur 961 Euro selbst beitragen.
Alternative Vorsorgeformen zur Riester-Rente
Eine beliebte Alternative zur Riester Rente gibt es in Form der betrieblichen Altersvorsorge. Im folgenden finden Sie ein Rechenbeispiel zur Veranschaulichung der beiden Systeme. Dabei wird von einer 40-jährigen Ansparphase ausgegangen. Zudem gelten die aktuellen Steuer- und Beitragssätze. Der fiktive Sparer hat ein Jahreseinkommen von 45.000 Euro (laut Finanztest 5/2011):
Riester-Rente | betriebliche Altersvorsorge | |
---|---|---|
jährlicher Vorsorgeaufwand | 1.151 € | 1.151 € |
Steuerersparnis | 495 € | 747 € |
staatliche Zulage | 154 € | – |
Sozialversicherungsbeitrags-Ersparnis | – | 487 € |
gesamter Vorsorgeaufwand (Jahresbeitrag) | 1.800 € | 2.385 € |
Anteil der staatlichen Förderung am Jahresbeitrag | 36 % | 52 % |
Aufstockung der gesetzlichen Rente um… | ||
mit garantierter Verzinsung | 19 % | 19 % |
inklusive Überschüsse | 32 % | 36 % |
Beiträge und Zulagenberechtigte
Jeder, der einen Riester-Vertrag abschließt, hat das Recht auf eine staatliche Zulage, wenn er mindestens 4 Prozent des rentenversicherungspflichtigen Einkommens einzahlt. Die jährliche Grundzulage beträgt 154 Euro. Zulagenberechtigte Personen sind:
- rentenversicherungspflichtige Selbstständige
- rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer
- über die Künstlersozialkasse versicherte Künstler, geringfügig Beschäftigte bei Verzicht auf die Versicherungsfreiheit
- Pflichtversicherte nach dem Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte
- Bezieher von Arbeitslosengeld, ALG-II-Empfänger, Wehr- und Zivildienstleistende
- Beamte, Richter und Soldaten, Amtsträger
- Bezieher von Krankengeld, Kindererziehende
- nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen, vollständig erwerbsgeminderte oder dienstunfähige Personen
- Bezieher von Vorruhestandsgeld, sofern diese zuvor pflichtversichert waren
10 häufig gestellte Fragen zur Riester-Rente – FAQ
Auszahlung der Altersvorsorge
Das Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (AltZertG) legt fest, dass das Altersvorsorgevermögen der Riester-Rente nur unter folgenden Voraussetzungen durch eine monatliche Leibrente ausgezahlt werden darf:
- Vollendung des 60. Lebensjahres
- Beginn der Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung
- Beginn einer Versorgung nach beamten- oder soldatenversorgungsrechtlichen Regelungen
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