Private Rentenversicherung Vergleich & Test

Die private Rentenversicherung ist streng genommen eine Leistungsart der privaten Lebensversicherung. Arbeitnehmern dient sie neben der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) und den Betriebsrenten als sinnvolle Ergänzung der Alters­vorsorge. Für Selbständige und Freiberufler ist sie eine Möglich­keit, für das Alter Rentenansprüche zu erwerben. Anders als bei der Kapitallebensversicherung wird bei der privaten Rente kein Risikobeitrag für den Todesfallschutz erhoben.

  • Staatliche Zulagen erhalten

  • Von Steuervorteilen profitieren

  • Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen

  • Rente mit mehr Geld genießen

rente

Durch die demografische Alterung gerät das Konzept der gesetzlichen Rentenversicherung zunehmend in Finanzierungsschwierigkeiten. Es ist mittlerweile davon auszugehen, dass die gesetzliche Absicherung in vielen Fällen nicht mehr ausreicht, um den notwendigen Lebensstandard zu halten. Deshalb entscheiden sich immer mehr Menschen dafür, zusätzlich fürs Alter zu sparen.

Tipps für Interessenten

Vor dem Abschluss einer privaten Altersvorsorge sollte sich Kunden stets ausreichend informieren und unbedingt verstehen, was die Vertragsbedingungen im Einzelnen bedeuten. Zwar wurde das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) bereits mit strengeren Informationspflichten für die Versicherer versehen, dennoch ist weiterhin viel Eigeninitiative gefragt. Ein besonders wichtiger Hinweis: Kunden müssen meist Nachteile in Kauf nehmen, wenn sie in ihren Beitrag nicht jährlich, sondern monatlich überweisen.

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Privat für die Rente vorsorgen

Stiftung Warentest: „Die private Rentenversicherung ist für viele Menschen ein wichtiger Teil ihrer Altersvorsorge: 19 Millionen Verträge gibt es in Deutschland.“ (9/2011)

Focus Money: „Die Ertragsaussichten (…) hängen maßgeblich davon ab, wie eine Gesellschaft das Geld ihrer Kunden am Kapitalmarkt anlegt.“ (focus.de)

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Die Stiftung Warentest hält die private Renten­versicherung für ein solides und besonders sicheres Anlageprodukt. Sie sei besonders geeignet, wenn der Finanzbedarf im Alter absehbar ist. Die Renditechancen der privaten Lebensversicherung schätzt das Verbraucher­institut jedoch als mittelmäßig ein. Andere Produkte können möglicherweise höhere Zinsen erwirtschaften. Versicherte sollten wissen, dass das eingezahlte Kapital nicht ohne weiteres verfügbar ist.

Formen der privaten Rentenvorsorge

Riester Rente

Mit der Riester-Rente sollen die Kürzungen der gesetz­lichen Rente und der Beamten­versorgung ausge­glichen werden. Obwohl vom Staat erfunden, handelt es sich bei Riester-Produkten um eine reine private Altersvorsorge.

Rürup Rente

Die Rürup-Rente existiert seit 2005 und wird von der Versicherungswirtschaft auch als Basisrente bezeichnet. Lukrativ ist sie besonders für Selbständige und gut verdienende Angestellte, die kurz vor ihrer Pension stehen.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähig­keits­versicherung ist essentiell für Personen, die ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Sie kann selbständig, aber auch zusätzlich zu einer Lebens- oder Renten­versiche­rung abgeschlossen werden.

Betriebliche Altersvorsorge

Eine betriebliche Alters­vorsorge hat sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer einige Vorteile. Vor dem Vertragsabschluss ist einiges zu beachten. Unterschiedliche Formen der Betriebsrente gibt es hier im Überblick zusammengestellt.

Aufgeschobene und sofort beginnende private Rentenversicherung

Folgende Arten werden bei der privaten Rentenversicherung unterschieden:

Aufgeschobene Rentenversicherung (klassische Anlage)

Bei der aufgeschobenen Rente werden regelmäßig über mehrere Jahre Beiträge eingezahlt. Zum Rentenbeginn bzw. Auszahlungszeitpunkt wird dann entweder eine monatlich garantierte Rente bis zum Lebensende oder eine einmalige Zahlung (Kapitalabfindung) ausgezahlt.

Sofortrente oder auch sofort beginnende Rente

Dagegen wird bei der Sofortrente ein einmaliger Betrag eingezahlt. Als Gegenleistung erhält der Versicherte schließlich eine lebenslange monatliche Rente. Dies ist vor allem für ältere Personen interessant, die kurz vor ihrer Pensionierung stehen.

Fondsgebundene Rentenversicherung – „Rente mit viel Risiko“

TippDurch den zunehmenden Wettbewerb auf dem privaten Renten­versicherungs­markt sind auch alternative Renten­versicherungen entstanden. Sogenannte Fondsgebundene Rentenversicherungen sind eine Kombination aus pri­va­ter Renten­versiche­rung und Fondssparplan. Die Sparanteile der Beitragseinzahlungen legt der Fondsmanager in einem oder auch mehreren Investmentfonds an. Entscheidender Nachteil: Da die Wertentwicklung der Fonds nicht vorhersehbar ist, können die Anbieter die Rentenhöhe nicht garantieren. Der Stiftung Warentest Ableger „Finanz­test“ empfiehlt diese Form der Altersvorsorge daher in erster Linie nur besonders zahlungskräftigen Kunden.

Auszahlungsmodelle privater Rentenversicherungen

Für die Ausschüttung der Überschuss­beteili­gungen an die Privatrentner stellen die Versiche­rer meist drei Arten der Auszahlung zur Auswahl:

Konstante Rente Dynamische Rente Teildynamische Rente
Auszahlung lebenslang in gleicher Höhe Auszahlung lebenslang mit Steigerungen, deren Höhe von den erwirtschafteten Überschüssen des Versicherers abhängig ist Auszahlung oberhalb des Garantieniveaus, aber mit einem geringeren Anstieg als bei der dynamischen Rente

Welche ist die Beste? – Rentenversicherungen im Test

Um die Entscheidung für eine private Renten­versicherung zu treffen, ist es wichtig, sich über die Tarife zu informieren. Dazu können auch Testergebnisse herangezogen werden. So unter­sucht zum Beispiel die Stiftung Warentest regelmäßig die Tarife. Bewertet werden dabei zum Beispiel die Höhe der garantierten Rente zu Rentenbeginn oder auch die Flexibilität der Verträge. Die folgende Tabelle zeigt die Testergebnisse:

Rentenversicherung Testsieger

Finanztest 10/2014

1 Europa (Tarif: E-R1)
2 Interrisk (Tarif: SLR1)
3 Huk24 (Tarif: RAGT24)
4 Bayerische (Tarif: 13767/0)
5 Huk-Coburg (Tarif: RAGT)

Finanztest 11/2009 Männer

1 Asstel
2 Debeka
3 Europa
4 Interrisk
5 Hannoversche Leben WGV

Finanztest 11/2009 Frauen

1 Debeka
2 Asstel
3 Europa
4 Interrisk

Die private Rentenversicherung im Vergleich – Tipps für Versicherte

1. Entscheidung: Die private Rentenversicherung ist eine Altersvorsorge für kostenbewusste Versicherte mit etwas mehr Geld. Sie gilt als vergleichsweise sicher, ist aber relativ teuer. Sinnvoll ist ein privater Vertrag vor allem, wenn der Grundbedarf im Alter noch nicht ausreichend durch andere lebenslange Einkommensquellen gedeckt ist.

2. Flexibilität: Die meisten Versicherungen sind hinsichtlich Leistungen, Beitragszahlungen und Auszahlungen sehr starr und erlauben es nur selten, im Nachhinein Änderungen vorzunehmen. Auch ein Vertragsausstieg ist meist nur mit finanziellen Einbußen möglich. Achten Sie daher beim Vergleich der privaten Rentenversicherungen auch auf den Grad der Flexibilität.

3. Beitragsrückgewähr: Ratsam ist es, während der Sparphase eine Beitragsrückgewähr zu vereinbaren. Im Falle eines Todes vor dem Auszahlungstermin können die Rentenzahlungen so nicht verloren gehen, sondern an Hinterbliebene vererbt werden.

4. Rentengarantiezeit: Wird eine Rentengarantiezeit von 5,10 oder 15 Jahren mit dem Versicherer vereinbart, erfolgt die Auszahlung mindestens so lange, auch wenn der Versicherte vorher verstirbt.

5. Kapitalwahlrecht: Durch das Kapitalwahlrecht kann der Kunde am Ende der Einzahlung eine einmalige Summe statt einer Rente wählen. Wer in puncto Auszahlungsmodalitäten noch unentschlossen ist, sollte sich diese Möglichkeit auf jeden Fall offen halten.

6. Garantiezins: Bei der klassischen Variante gilt bei Neuverträgen ab 2012 eine Garantieverzinsung des Sparanteils im Beitrag von 1,75 Prozent.

7. Überschussbeteiligung: Überschüsse können u.a. entstehen, wenn der Anbieter am Kapitalmarkt erfolgreich ist. Der Kunde kann entscheiden, wie er von diesen Überschüssen profitiert (Verzinsliche Ansammlung oder Bonussystem).

8. Abruf- und Aufschubfunktion: Eine solche Vereinbarung ist sinnvoll. Mit einer Abruffunktion kann der Rentenbeginn vorgezogen werden, meist bis zu fünf Jahre. Mit einer Aufschubfunktion kann der Kunde die erste Auszahlung i.d.R. zwei bis fünf Jahre hinausschieben.

9. Berufunfähigkeitsschutz: Die Vereinbarung eines Berufunfähigkeitsschutzes bieten mittlerweile die meisten Versicherungsunternehmen an. Ist der Versi­cherte aus gesundheitlichen Gründen gezwungen seinen Beruf aufzugeben, übernimmt der Versicherer in diesem Fall die Beitragszahlung für die Rentenversicherung.

10. Steuern: Da private Rentenversicherungen im Berufsleben mit Beiträgen aus versteuertem Einkommen finanziert werden, ist der größte Teil der Renten­zahlungen steuerfrei. Jüngere Menschen werden als Rentner aber mehr Steuern zahlen müssen als ältere. Versicherte sollten sich bei der Wahl der Vertrags­bedingungen nach den jeweiligen Konditionen der Besteuerung erkundigen.

Wer bereits in jungen Jahren eine private Rentenversicherung abschließt, kann im Laufe der Jahre eine solide Finanzbasis für das Alter schaffen. Betroffene sollten dies aber nur tun, wenn sie sicher wissen, dass sie die regelmäßigen Beiträge wirklich tragen können. Eine vorzeitige Kündigung bringt herbe Verluste. Eine andere Möglichkeit ist, vor Abschluss einer Rentenversicherung flexibel zu sparen, beispielsweise mit einem Banksparplan. Anschließend kann auch noch im fortgeschrittenen Alter ergänzend in die private Rentenversicherung eingestiegen werden.

EuroFondsgebundene Renten­versicherungen können mit bestimmten Rabatten gekoppelt werden. Dabei erhält der Versicherte bei bestimmten Online­shops Rabatte. Bei einem Guthaben von mind. 50 Euro wird dieses dem Versicherten dann bei der Rentenversicherung gutgeschrieben. Von solchen Modellen ist abzuraten, da in den teilnehmenden Shops sehr viel einge­kauft werden muss, um nennenswerte Vorteile bei der Rente zu erhalten.

Ein zusätzlicher Bedarf an finanziellen Mitteln im Alter kann durch folgende Faktoren entstehen:

  • geplante Fernreisen
  • teure Anschaffungen
  • geplante teure Freizeitbeschäftigungen
  • Unterstützung der Kinder bzw. Enkelkinder
  • Zusätzliche Gesundheitsleistungen
  • Pflegehilfsmittel/Pflegekräfte
  • Altersgerechter Umbau des Wohnraumes/Umzug in eine altersgerechte Wohnung
  • handwerkliche Arbeiten, die im Alter nicht mehr erledigt werden können