Das Pflegegeld 2020 — Checkliste & Anspruch im Überblick
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In der Bundesrepublik Deutschland soll jede Person selbst entscheiden können, wie und durch wen die Pflege erfolgt. Voraussetzung für den Anspruch auf Pflege ist eine Pflegebedürftigkeit.
Hat sich der Betroffene für eine häusliche private Pflege, beispielsweise durch einen Angehörigen, entschieden, so erhält er hierfür durch die gesetzliche Pflegeversicherung ein Pflegegeld, welches monatlich ausgeschüttet wird.
Es gilt zu beachten, dass das Pflegegeld grundsätzlich nur durch eine gesetzliche Pflegeversicherung, welche an eine gesetzliche Krankenkasse gekoppelt ist, ausgezahlt wird.
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Um das Pflegegeld beziehen zu können, muss der Versicherte einige Bedingungen erfüllen:
- Es muss sich um eine häusliche Pflege handeln.
- Die Pflege muss durch einen Angehörigen oder eine ehrenamtlich tätige Pflegeperson durchgeführt werden.
- Die Pflege muss in geeigneter Weise und geeigneter Umgebung erfolgen.
Das Pflegegeld wird monatlich direkt an den Versicherten ausgezahlt. Dabei richtet sich die Höhe des Betrages nach dem Pflegegrad, in welchen der Betroffene durch ein Gutachten (erfolgt nach dem Pflegeantrag) des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung eingestuft wurde.
Höhe des Pflegegeldes
Die Höhe des Pflegegeldes wurde in den vergangenen Jahren häufig angepasst. Seit 2013 erhalten Personen mit einer eingeschränkten Alltagskompetenz aufgestockte Leistungen. Dies verdanken die Pflegebedürftigen der Gesundheitsreform der großen Koalition. Das Pflegegeld ist nach der Schwere der Pflegebedürftigkeit, also dem Pflegegrad (ehemals Pflegestufe) gestaffelt.
Der Versicherte kann grundsätzlich frei über das Pflegegeld verfügen und dieses zum Beispiel regelmäßig an die ihn versorgenden und betreuenden Personen als Entschädigung weitergeben. Darüber hinaus kann das Pflegegeld auch zur Finanzierung von Pflegehilfsmitteln dienen, die eine Pflege vereinfachen.
Tabelle: monatliches Pflegegeld (in Euro) in den jeweiligen Pflegestufen bzw. Pflegegraden
Pflegestufe | 2015 | 2016 | Pflegegrad | 2017 | 2018 |
---|---|---|---|---|---|
– | – | Pflegegrad 1 | Beratungsanspruch halbjährig |
Beratungsanspruch halbjährig |
|
0 + Demenz | 123,00 | 123,00 | Pflegegrad 2 | 316,00 | 316,00 |
I | 244,00 | 244,00 | Pflegegrad 2 | 316,00 | 316,00 |
I + Demenz | 316,00 | 316,00 | Pflegegrad 3 | 545,00 | 545,00 |
II | 458,00 | 458,00 | Pflegegrad 3 | 545,00 | 545,00 |
II + Demenz | 545,00 | 545,00 | Pflegegrad 4 | 728,00 | 728,00 |
III | 728,00 | 728,00 | Pflegegrad 4 | 728,00 | 728,00 |
III + Demenz / Härtefall | 728,00 | 728,00 | Pflegegrad 5 | 901,00 | 901,00 |
Mehr Leistungen zur Pflege erhalten durch die Private Vorsorge
Mehr Leistungen durch Kombination mit Sachleistungen
Wenn Pflegende auf sich alleine gestellt sind, kommt es schnell zu einer Überforderung. Helfen kann da ein professioneller Pflegedienst, der nur für bestimmte Aufgaben bestellt wird. So können Laienpfleger nicht nur entlastet werden, sondern es stehen auch höhere Leistungen unter dem Strich zur Verfügung.
Beispiel: Pflegebedürftiger in Pflegegrad 3 mit Anspruch auf 545 € Pflegegeld oder 1.298 € Pflegesachleistungen (z.B. für Pflegedienst). Morgens wird ein Pflegedienst für die Morgentoilette und zum Waschen bestellt. Kosten: ca. 310 € monatlich. Dies entspricht 23,88 % von 1.298 €. Da der Restanspruch auf Pflegesachleistung nicht ausgezahlt wird, sondern nur das Pflegegeld, wird der restliche prozentuale Anteil auf das Pflegegeld übertragen. Dadurch entsteht ein Anspruch auf 76,12 % des Pflegegeldes, also 414,85 €.
Insgesamt bezieht der Pflegebedürftige Leistungen in Höhe von 724,85 € (310 € Pflegeleistung + 414,85 € Pflegegeld) — statt 545 €, wenn Pflegegeld alleine in Anspruch genommen wird.
Beratungseinsätze nach § 37 SGB XI
Um dem Angehörigen und Pflegenden eines Pflegebedürftigen zu helfen und die Qualität der Pflege zu überprüfen, ist eine Beratungspflege von einem zugelassenen Pflegedienst durchzuführen, wenn der zu Pflegende nur Pflegegeld bezieht.
Diese erfolgt im Pflegegrad 2 und 3 alle sechs Monate und im Pflegegrad 4 und 5 vierteljährlich. Dies muss durch den Pflegedienst schriftlich bei der Pflegekasse nachgewiesen werden und diese trägt auch die Kosten dafür. Bei einem Pflegegrad 1 ist kein Beratungseinsatz vorgeschrieben, jedoch haben Pflegebedürftige einen Anspruch auf eine Beratung.
Verhinderungspflege
Pflegt eine Person einen Angehörigen, so muss dies nicht ununterbrochen erfolgen. Der oder die Pflegende hat ebenso Anspruch auf Urlaub. Für eine Zeit von maximal sechs Wochen im Kalenderjahr übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten für eine Ersatzpflege, die sogenannte Verhinderungspflege. Das gleiche gilt auch für eine Krankheit der Pflegeperson. In den Pflegegraden 2 bis 5 stehen dafür stehen jährlich 1.612 Euro zur Verfügung. Wird die Kurzzeitpflege nicht in vollen Ausmaß genutzt, so kann der Rest (max. 50 % des Leistungsbetrags) bis zu einem Maximalbetrag von 806 Euro zusätzlich für die Verhinderungspflege genutzt werden.
Wird die Verhinderungspflege nur für wenige Stunden in Anspruch genommen, so gibt es keine Kürzung des Pflegegeldes. Die Verhinderungspflege kann aber nicht sofort nach dem Eintritt der Pflegebedürftigkeit in Anspruch genommen werden, sondern erst, wenn die Pflegeperson den Pflegebedürftigen mindestens sechs Monate in häuslicher Umgebung gepflegt hat.
Checklisten – zum Download
Besuch eines Pflegekurses
Für Personen, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen, bieten die Pflegekassen oft Pflegekurse an, die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Verbänden durchgeführt werden. Dort gibt es Informationen und auch Anleitungen zur Pflege von Pflegebedürftigen. Zudem findet man dort wichtige Ansprechpartner und auch Personen in der gleichen Situation, mit denen man sich austauschen und Kontakte knüpfen kann. Bei Pflegebedürftigen und Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz werden außerdem Beratungseinsätze durchgeführt.
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