Pflege-Bahr: Riester-Prinzip zur Förderung der Pflegeversicherung
Info-Video über die staatliche Pflege-Förderung
Die Begriffe “Pflege-Bahr” und Pflege-Riester bezeichnen eine private Pflegeversicherung mit staatlicher Förderung – in Anlehnung an die Riester-Rente, die in der Bevölkerung langläufig bekannt und verbreitet ist. Seit 2013 gibt es diese Form der Pflegeversicherung, die der damalige FDP-Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr nach langen Debatten durchgesetzt hat.
FOCUS MONEY bewertet DFV Pflegetagegeld mit „Hervorragend“
Im Februar 2018 veröffentlichte das Unternehmen FOCUS MONEY in der Ausgabe 09/2018 die Ergebnisse des Deutschlandtests zum Pflegetagegeld. Dazu untersuchte das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) das Preis-Leistungs-Verhältnis verschiedener Versicherer. Herausgestellt wurden die besten Tarife für 25, 35, 45 sowie 55-jährige. Als Testsieger ging neben der Concordia auch die DFV hervor und erzielte hervorragende Ergebnisse in der Kategorie Flexible Tarife.
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Kategorie | Bewertung |
---|---|
25-jährige | Hervorragend |
35-jährige | Hervorragend |
45-jährige | Hervorragend |
55-jährige | Hervorragend |
Gesamt | Hervorragend |
Die Bewertungen beziehen sich auf die untersuchten DFV Pflegetarife: PG1, PG2, PG3, PG6 sowie Pflege Plus.
Pflegetagegeld-Tarife der DFV im Detail
Die Tarife der privaten Pflegezusatzversicherung der Deutschen Familienversicherung lassen kaum Wünsche offen. Das Tarifmodell ist flexibel und sowohl vor Eintritt des Pflegefalls, als auch im Anschluss noch anpassbar. Auch auf die in aller Munde unbeliebte Wartezeit wird bei der DFV verzichtet.
Themen auf dieser Seite
Bis zum Jahr 2050 rechnen viele Pflege-Experten mit rund vier Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland. Das umlagenfinanzierte System in der gesetzlichen Pflegeversicherung stößt spätestens dann an seine Grenzen, sofern die Beiträge nicht drastisch ansteigen. Eine andere Möglichkeit ist der Umbau des Finanzierungssystems. Die ergänzende, staatlich geförderte Pflegeversicherung (GEPV), sogenannte Förder-Pflege oder Pflege-Bahr, zielt darauf ab, dass Menschen mehr privat vorsorgen, wie es in der Rente bereits der Fall ist. Mit dem Pflege-Bahr wurde die private Pflegevorsorge von der Bundesregierung attraktiver gestaltet. Entsprechende Policen werden mit fünf Euro im Monat direkt bezuschusst.
Erste Tarife zur Förder-Pflege auf dem Markt
Zu Beginn des Jahres 2013 wurden die ersten Tarife des Pflege-Bahr eingeführt. Diese Verträge werden derzeit mit 60 Euro im Jahr vom Staat gefördert. Um diese Pflegeförderung zu erhalten, muss der Versicherte aber mindestens zehn Euro im Monat einzahlen. Beantragt wird die Förderung dann vom jeweiligen Versicherungsunternehmen. Die Beiträge sind abhängig vom Alter des Versicherten und vom Versicherungsbetrag. Ebenso wird dabei die Mindestleistung von 600 Euro in der Pflegestufe III berücksichtigt. Aber auch in den anderen Pflegestufen können Leistungen gewährt werden.
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Vorbild Riester-Rente
Auf einen Blick: Antworten auf die wichtigsten Fragen (FAQ)
Aktuelle Liste zum Vergleich verfügbarer Pflege-Bahr-Tarife
Leistungen in Pflegestufe…(%) | Monatsgeld in Stufe III* | Dynamik | Besonderheit | ||||
---|---|---|---|---|---|---|---|
„0“ | I | II | III | ||||
Allianz (PZTG02) | 10 | 30 | 60 | 100 | 600 € | 5% alle 3 J., bis max. Inflationsrate, bis 69. LJ | b. Kopplung mit PZTB02 entfällt Wartezeit |
Alte Oldenburger | 10 | 20 | 30 | 100 | 600 € | mögl. i.H.v. allg. Inflationsrate | – |
ARAG | 10 | 20 | 30 | 100 | 600 € | alle 3 Jahre i.H.v. allg. Inflationsrate | b. Kopplung mit ARAG IndividualPflege entfällt Wartezeit |
AXA | 10 | 30 | 70 | 100 | 600 € | mögl. i.H.v. allg. Inflationsrate | – |
Barmenia (EPM) | 10 | 30 | 60 | 100 | 600 € | von Zeit zu Zeit i.H.v. allg. Inflationsrate | b. Kopplung mit PflegePlus entfällt Wartezeit |
BBKK | 20 | 20 | 40 | 100 | 600 € | mögl. i.H.v. allg. Inflationsrate | – |
Central (T 576) | 10 | 20 | 30 | 100 | 1890 € | nach 3 J. i.H.v. allg. Inflationsrate, höchstens 10% | – |
DBV | 10 | 30 | 70 | 100 | 600 € | mögl. i.H.v. allg. Inflationsrate | – |
Debeka (EPG) | 20 | 35 | 70 | 100 | 600 € | alle 3 J. i.H.v. allg. Inflationsrate | – |
DFV (FörderPflege) | 10 | 30 | 70 | 100 | 600 € | 10% alle 3 J., bis max. Inflationsrate & max. SGB XI | weltweiter Geltungsbereich, 127 % für Härtefall |
Deutscher Ring (DRK 3675) | 10 | 30 | 70 | 100 | 600 € | 5% alle 3 J., bis max. Inflationsrate | – |
DEVK (FPT) | 10 | 25 | 65 | 100 | 600 € | Recht auf alle 3 J. entspr. d. allg. Inflationsrate | – |
DKV (KFP) | 10 | 20 | 30 | 100 | 600 € | mögl. i.H.v. allg. Inflationsrate | Bonusprogramm nach Ablauf von 15 J. |
Domcura (FörderPflege) | 10 | 30 | 70 | 100 | 600 € | 10% alle 3 J., bis max. Inflationsrate & max. SGB XI | weltweiter Geltungsbereich, 127 % für Härtefall |
Envivas (Pflege Aktiv) | 10 | 20 | 30 | 100 | 1890 € | nach 3 J. i.H.v. allg. Inflationsrate, höchstens 10% | – |
Ergo Direkt (Förder-Pflege-Schutz) | 10 | 20 | 30 | 100 | 600 € | mögl. i.H.v. allg. Inflationsrate | – |
Hallesche | 10 | 20 | 30 | 100 | 600 € | mögl. i.H.v. allg. Inflationsrate | Geltungsbereich auch Schweiz |
HanseMerkur (PB) | 25 | 25 | 50 | 100 | 600 € | mögl. i.H.v. allg. Inflationsrate | b. Kopplung mit PA entfällt Wartezeit, Geltungsbereich auch Schweiz |
HUK (PTS) | 10 | 30 | 60 | 100 | 1200 € | mögl. i.H.v. allg. Inflationsrate | – |
LKH | 10 | 30 | 30 | 100 | 600 € | mögl. i.H.v. allg. Inflationsrate | – |
LVM | 20 | 30 | 60 | 100 | 600 € | jährlich lt. Verbraucherpreisindex, bis 65. LJ | – |
Münchener Verein (Tarif 490) | 10 | 20 | 30 | 100 | 660 € | mögl. i.H.v. allg. Inflationsrate | – |
Nürnberger (NPV) | 10 | 20 | 30 | 100 | 600 € | i.H.v. allg. Inflationsrate möglich | b. Kopplung mit PTF/PTS entfällt Wartezeit nicht, Dynamisierung dann möglich |
PAX (PTS) | 10 | 30 | 60 | 100 | 1200 € | k.A. | – |
Provinzial | 20 | 20 | 40 | 100 | 1800 € | keine Dynamisierung | – |
R + V (Pflege FörderBahr) | 30 | 30 | 70 | 100 | 600 € | nach 3 J. i.H.v. allg. Inflationsrate, höchstens 10% | |
Signal Iduna | 10 | 30 | 70 | 100 | 600 € | 5% alle 3 J., bis max. Inflationsrate | – |
SDK (PZ/PZM) | 10 | 20 | 30 | 100 | 600 € | keine Dynamisierung | b. Kopplung mit Tarif PS o. PE entfällt Wartezeit |
UKV | 20 | 20 | 40 | 100 | 600 € | mögl. i.H.v. allg. Inflationsrate | – |
VGH (PflegeBahr) | 10 | 20 | 30 | 100 | 600 € | mögl. i.H.v. allg. Inflationsrate | – |
Vigo | 20 | 20 | 70 | 100 | 600 € | mögl. i.H.v. allg. Inflationsrate | b. Kopplung mit Förderpflege plus entfällt Wartezeit |
VPV (FörderPflege) | 10 | 30 | 70 | 100 | 600 € | 10% alle 3 J., bis max. Inflationsrate & max. SGB XI | weltweiter Geltungsbereich, 127 % für Härtefall |
*Maximales altersunabhängig versicherbares Monatsgeld in PS III. Für jüngere Versicherte sind höhere Summen versicherbar.
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Laufende Policen
Rechenbeispiel für Monatsbeiträge
Beitrag für 50-Jährigen | 24,78 €* |
Leistungen in Pflegestufe 0 | 60,00 € |
Leistungen in Pflegestufe 1 | 180,00 € |
Leistungen in Pflegestufe 2 | 360,00 € |
Leistungen in Pflegestufe 3 | 600,00 € |
Beitrag für 30-Jährigen | 15,00 €* |
Leistungen in Pflegestufe 0 | 82,87 € |
Leistungen in Pflegestufe 1 | 248,62 € |
Leistungen in Pflegestufe 2 | 497,23 € |
Leistungen in Pflegestufe 3 | 828,72 € |
* inklusive monatlich fünf Euro Förderung
Das Zulageverfahren
Achtung: Versorgungslücke noch nicht geschlossen!
Auch mit dieser neuen privaten Pflegezusatzversicherung kann die Versorgungslücke im Pflegefall nicht vollständig geschlossen werden. Dies trifft auf jede der drei offiziellen Pflegestufen zu. Betrachtet man eine pflegebedürftige Person der Pflegestufe III, die bereits im Alter von 30 Jahren eine Pflege-Bahr-Police abgeschlossen hat, so bleibt selbst mit Leistungen durch den Pflege-Bahr und die gesetzliche Pflegeversicherung immer noch eine Finanzierungslücke von mindestens 1.300 Euro, die durch privates Vermögen oder Rentenbezüge getragen werden muss.
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Wer erst mit 50 Jahren den Vertrag unterzeichnet, muss sogar mit einer Deckungslücke von 1.600 Euro im Monat rechnen. Für diesen Fall gibt es bisher nur die Möglichkeit weitere Pflegezusatzversicherungen abzuschließen, die nicht staatlich gefördert werden. Menschen mit Vorerkrankungen bleibt diese Möglichkeit jedoch meist verwehrt. Dennoch ist es ratsam, erst die herkömmlichen Policen zu prüfen. Erst wenn diese zu teuer sind oder wenn die Aufnahme wegen Vorerkrankungen nicht möglich ist, sollten Interessenten auf den Pflege-Bahr ausweichen.
Voraussetzungen zum Erhalt der staatlichen Förderung
Doch nicht jede private Pflegezusatzversicherung kann bezuschusst werden, denn die Pflege mit Förderung ist an relativ strenge Auflagen gekoppelt. Die staatlichen fünf Euro im Monat fließen lediglich in Pflegetagegeldversicherungen, wenn diese einen monatlichen Eigenbeitrag des Versicherten von mindestens zehn Euro und ein versichertes Tagegeld von 20 Euro (monatlich: 600 Euro) in der Pflegestufe III vorsehen. Als Obergrenze wird eine maximale Aufstockung der Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung um 100 Prozent festgelegt.
Darüber hinaus hat der Gesetzgeber noch weitere wichtige Vorgaben gemacht:
- durch den Kontrahierungszwang darf kein Versicherungsnehmer abgelehnt werden, d.h.
- ohne Gesundheitsprüfung erfolgt eine Annahme aller Anträge
- Begrenzung der Abschluss- und Verwaltungskosten durch eine Rechtsverordnung
- mögliche Kündigung/Ruhen lassen der Verträge für ALG II- und Sozialhilfebezieher
- maximale Wartezeit nach Vertragsbeginn von fünf Jahren – erst dann werden Leistungen ausgeschüttet