MPU Gutachten nach Führerscheinentzug
Die medizinisch-psychologische Untersuchung – auch MPU genannt – ist ein Begriff aus dem Verkehrsrecht. Wer oftmals von der Polizei angehalten wird, weil er im Straßenverkehr auffällt, dem kann ein MPU Test drohen.
Fahrerlaubnis zurück durch MPU
Die Erstellung eines Gutachtens wird immer dann angeordnet, wenn ggf. ein Fahrverbot vorliegt und die Eignung zum Fahren eines Kraftfahrzeugs (zumeist das Auto) festgestellt werden soll.
Die häufigsten Vergehen von Verkehrssündern, die zum Entzug des Führerscheines führen, sind unter anderem das Fahren unter Alkoholeinfluss sowie Drogen- und Medikamentenmissbrauch.
Umgangssprachlich auch als „Idiotentest“ bezeichnet, hat die Untersuchung keinen guten Ruf und viele Betroffene fürchten sie.
Das Gutachten zur MPU dient der Fahrerlaubnisbehörde zur Beurteilung, ob die Prüflinge wieder in der Lage sein werden, am Straßenverkehr teilzunehmen. Wichtig ist, dass den Betroffenen das Fehlverhalten bewusst wird und es zukünftig nicht mehr zu Auffälligkeiten kommt.
Das Gutachten zur MPU – 4 wichtige Gründe für die Anordnung
Die Fahrerlaubnisverordnung – kurz FeV – gibt der Führerscheinstelle die Gründe vor, die zum Entzug der Fahrerlaubnis führen können. Neben dem Konsum von Drogen (z.B. Cannabis) und / oder Alkohol, gibt es noch zahlreiche anderen Gründe, die ein Fahrverbot zur Folge haben und eine MPU (Idiotentest) notwendig machen:
körperliche und/oder seelische Erkrankungen | schwere Diabetes, Epilepsie, Schizophrenie, Manien und schwere Depressionen in akuter Phase, mittlere bis schwere Demenz |
körperliche Abhängigkeiten |
|
Punkte in Flensburg | ab 8 Punkten, laut Bußgeldkatalog, im deutschen Fahreignungsregister (FAER), bis 30. April 2014 als Verkehrszentralregister (VZR) bekannt |
Fehlverhalten beim Autofahren bzw. charakterliche Mängel | überhöhte Geschwindigkeit, Aggressivität etc. |
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Die Pflicht zur Teilnahme an einer medizinisch-psychologischen Untersuchung kann sich sowohl auf Fahranfänger beziehen als auch solche Fahrer, die bereits über einen längeren Zeitraum eine Fahrerlaubnis besitzen und denen der Führerschein entzogen wurde. Für eine Neuausstellung des Führerscheins ist ein positives MPU Gutachten erforderlich. Dieses wird in einer frei wählbaren MPU Begutachtungsstelle in Deutschland erstellt.
Anzahl MPU Gutachten bis 2016: Zwar hat sich die Zahl der angeordneten MPU Gutachten seit 2004 um knapp 20.000 verringert und lag 2016 „nur“ noch bei 91.185, doch ist auch diese Zahl noch erstaunlich hoch.
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Das MPU Gutachten als Ergebnis der Untersuchung
Das Gutachten zur MPU dient als Protokoll der Medizinisch-Psychologischen-Untersuchung und verweist inhaltlich auf die Fahreignung des Teilnehmers. Das MPU Gutachten wird durch Ärzte sowie Verkehrspsychologen im Rahmen der Untersuchung erstellt und gibt generell eine Empfehlung über die Fahreignung ab. Diese Empfehlung dient der Führerscheinstelle als Grundlage zur Einschätzung, ob es zu einer Neuerteilung der Fahrerlaubnis kommt oder nicht. Die MPU Kosten, die durch die Erstellung des Gutachtens entstehen, sind vom Teilnehmer vollständig selbst zu tragen. Auch etwaige Vorbereitungs- und/oder Nachschulungskurse müssen vom Kraftfahrer bezahlt werden. Die Kosten der MPU werden beeinflusst sowohl durch die Art als auch den Umfang der angeordneten Untersuchung und können mehrere hundert Euro betragen.
Das MPU Gutachten enthält alle verwertbaren Befunde der Leistungstests und Gespräche. Es muss in einer allgemein verständlichen Sprache verfasst werden, nachvollziehbar und überprüfbar sein. Außerdem muss Bezug auf die Untersuchungsverfahren genommen werden – die Befunde sind auf Forschungsergebnisse zu stützen.
Wie wird das MPU Gutachten erstellt?
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Entsprechend ihrer Bezeichnung besteht die Untersuchung aus einem medizinischen und einem psychologischen Teil. Im medizinischen Teil werden die Betroffenen von einem Arzt untersucht. Seine Aufgabe ist es, die körperliche Verfassung zu beurteilen. Dazu müssen Fragebögen ausgefüllt werden. Ebenso fallen auch körperliche Untersuchungen an, damit der Arzt sich ein möglichst umfassendes Bild machen kann. Je nach Grund, der zum Entzug des Führerscheins geführt hat, reicht unter Umständen die körperliche Begutachtung bzw. ein fachärztliches Gutachten aus und die psychologische Untersuchung entfällt.
Ablauf der MPU:
1. Mögliche körperliche Untersuchungen:
- Feststellen des Allgemeinzustands
- Neurologische Untersuchung, z.B. der Reflexe und Nerven
- Anlassbezogene Untersuchungen, z.B. Check der Leber auf Lebererkrankungen
2. Mögliche labortechnische Untersuchungen:
- Blutentnahme
- Urinprobe für das Drogenscreening
- Haaranalyse für den Abstinenznachweis
3. Psychologische Untersuchung:
- Selbstdarstellung (Familienstand, Lebenslauf)
- Fragen zum Vorfall: Wie ist es passiert? Was hat sich seitdem verändert? Vorsätze für die Zukunft?
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Arten des MPU Gutachtens
Das Gutachten zur MPU kann positiv, negativ oder auch bedingt geeignet ausfallen. Die Art des Ergebnisses dient infolgedessen als Entscheidungsgrundlage für die Führerscheinbehörde.
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Positives Gutachten
Fällen die Gutachter ein positives Urteil bei der MPU, haben die Teilnehmer wenig zu befürchten. Das Ziel wurde erreicht und die Fahreignung nachgewiesen. Nach Vorlage des Gutachtens bei der Führerscheinstelle, wird diese die Fahrerlaubnis neuerteilen bzw. von einem Führerscheinentzug absehen.
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Negatives Gutachten
Ein negatives MPU Gutachten sollte bei der Führerscheinstelle nicht eingereicht werden, da es sonst zu einem Ablehnungsbescheid und damit zu einem Eintrag im Fahreignungsregister kommt. Im Falle einer negativen Bescheinigung sollten Kraftfahrer stattdessen den Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis bei der Führerscheinbehörde zurücknehmen. Der Antrag kann jederzeit neu gestellt werden.
Auch wenn die Bewerber noch im Besitz des Führerscheines sind, sollte das Gutachten nicht vorgelegt werden. Zwar geht die Führerscheinstelle demnach von einer Nichteignung aus und wird die Fahrerlaubnis entziehen, doch kann die Wiedererteilung jederzeit neu beantragt werden. Die bereits benannten Konsequenzen bleiben aus.
Bedingt geeignetes Gutachten
Ein bedingt geeignetes Gutachten ist weder positiv noch negativ und beinhaltet eine sogenannte Nachschulungsempfehlung durch die Gutachter. Was soviel bedeutet wie: Es bestehen noch Defizite bezüglich der Fahrtüchtigkeit.
In einem solchen Fall müssen MPU Teilnehmer Kurse besuchen, um die Fahreignung final wiederzuerlangen. Das Gutachten kann und sollte der Führerscheinstelle vorgelegt werden. Diese erteilt die Fahrerlaubnis in der Regel nach der Teilnahme an solchen Kursen wieder. Sowohl Gutachter als auch Verkehrspsychologen sind bei der Auswahl geeigneter Kurse behilflich.
Vorbereitung – die MPU sicher bestehen
Um Nachschulungskursen zu entgehen oder um ein negatives Gutachten zu vermeiden, eignen sich sogenannte MPU Vorbereitungskurse. Diese finden im Vorfeld der eigentlichen medizinisch-psychologischen Untersuchung statt und bereiten die Teilnehmer auf MPU Fragen und den Ablauf vor. Zwar erhöhen sich dadurch die MPU Kosten, doch kann die Vorbereitung auf die Untersuchung das Ergebnis sehr positiv beeinflussen.
Verkehrspsychologische MPU Beratung
Kraftfahrer haben die Möglichkeit sich von Verkehrspsychologen hinsichtlich der bevorstehenden MPU beraten zu lassen, um die Chance auf ein positives Gutachten zu erhöhen. Inhalte einer solchen Beratung können sein:
Verkehrspsychologische MPU Vorbereitung
Es ist auch möglich, eine verkehrspsychologische MPU Vorbereitung wahrzunehmen. Meist wird diese Teilnahme im Rahmen einer MPU Beratung empfohlen, sollten die Chancen auf ein positives Gutachten eher gering sein. Die MPU Vorbereitung bezieht sich auf Einzel- und/oder Gruppenmaßnahmen, in denen zunächst der Zusammenhang zwischen der aktuellen Situation und dem Verkehrsverhalten erarbeitet wird. Wer übermäßig viel Alkohol oder Drogen konsumiert und dabei noch im Straßenverkehr negativ auffällt, tut dies meist nicht ohne Grund. Inhalte der Vorbereitungskurse können unter anderem sein:
In mehreren Sitzungen werden anschließend bereits erzielte Erfolge besprochen. So hat die MPU Vorbereitung fast schon Züge einer Therapie. Der Nachweis der Teilnahme kann bei der Medizinisch-Psychologischen-Untersuchung vorgelegt werden.
Gesundheitskurse zur Entwöhnung von Suchtmitteln
Wer zur Suchtberatung geht oder einen Gesundheitskurs zur Entwöhnung von Alkohol und Drogen macht, hinterlässt bei den Prüfern der MPU einen positiven Eindruck. Zusätzlich kann man über die Bonusprogramme der Krankenkassen gegebenenfalls eine Prämie für den absolvierten Kurs erhalten.
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Diese und weitere Krankenkassen zahlen einen Bonus aus:
Krankenkasse | Prämie für Suchtberatung/Entwöhnungskurs |
---|---|
Die Techniker | 400 Punkte = 12 € (Auszahlung ab 1.000 Pkt. = 30 €) |
IKK gesund plus | 20 € |
KKH | 10 € (für 3 Maßnahmen 30 €) |
BKK Scheufelen | 15 € |
BKK Faber-Castell & Partner | keine genaue Angabe |
BKK Verbund Plus | bis zu 50 € in Kombination mit weiteren Maßnahmen |
IKK Brandenburg und Berlin | 10 € |
BIG direkt gesund | 10 € |
BKK Mobil Oil | 10 € (30 € für 3 Maßnahmen) |
Pronova BKK | 500 Punkte = 5 € |
Viactiv | 16,67 € (50 € für 3 Maßnahmen) |
BKK Pfalz | 20 € |