Intuitives Essen – Natürliche Ernährung nach Bauchgefühl
Für intuitive Esser gibt es keine Nahrungsvorschriften, sie hören auf ihr Gefühl und orientieren sich an ihren körperlichen Bedürfnissen, anstatt Kalorien zu zählen. Durch die Zusammenarbeit mit den eigenen Hunger- und Sättigungssignalen, wissen intuitive Esser instinktiv, was sie wann brauchen. Jedes Lebensmittel ist zu jeder Zeit erlaubt. Auf Anhieb klingt das fast zu schön, um wahr zu sein, tatsächlich handelt es sich hierbei um die natürlichste menschliche Ernährungsweise.
Was ist eine intuitive Ernährung?
Beim intuitiven Essen lernen wir wieder, mit unserem Körper zusammenzuarbeiten und nicht, wie bei einer Diät, gegen ihn. Wir lernen so zu essen, wie es von Natur aus schlanke und gesunde Menschen tun. Ohne Verzicht, Kalorienzählen oder das Essen in andere Kategorien einzuteilen. Ein wesentlicher Punkt für die intuitive Ernährung ist, auf die körpereigenen Hunger- und Sättigungssignale zu hören. Das bedeutet, erst dann zu essen, wenn man Hunger hat und mit dem Essen aufzuhören, wenn das Sättigungsgefühl eintritt. Da es sich hier um die natürlichste menschliche Ernährungsform handelt, bieten die Kleinsten unserer Gesellschaft dafür ein gute Orientierung. Babys und Kleinkinder wissen automatisch und auf ganz natürliche Weise, wann sie Hunger haben und wann sie satt sind. Erwachsene haben häufig durch äußere Einflüsse und Gewohnheiten verlernt, echte Hungersignale zu erkennen und bei angenehmer Sättigung mit dem Essen aufzuhören. Intuitives Essen setzt genau hier an und verhilft uns wieder zurück zu einem entspannten und genussvollen Essverhalten.
Welche Lebensmittel darf man essen?
Beim intuitiven Essen gibt es grundsätzlich keine Vorschriften, welche Lebensmittel es zu essen gilt und welche nicht. Es geht natürlich nicht darum, den ganzen Tag nur noch Schokolade zu essen. Aber sie ist auch nicht verboten.
Da wir auf unsere körpereigenen Hunger- und Sättigungssignale hören, ernähren wir den Körper so individuell, wie er es braucht. Man wählt das, was einem schmeckt und gut tut. Je besser man mit den echten Bedürfnissen seines Körpers in Verbindung steht, desto leichter fällt es einem, den Körper ideal zu ernähren.
Unser Körper weiß instinktiv welche Nahrungsmittel er wann braucht. Es ist also unsere Aufgabe, das wahrzunehmen und ihm diese Lebensmittel anzubieten. Unser Körper will gesund und energiegeladen sein. Der Gedanke, dass man sich beim intuitiven Essen nur noch von Junk Food ernähren würde, ist also ein Irrglaube. Je länger man sich im intuitiven Essen übt, desto natürlicher wird das Verlangen nach nährstoffreichen und unverarbeiteten Lebensmitteln.
Lerne, auf den Körper zu hören – das natürliche Sättigungsgefühl
Im Laufe der Zeit haben sich viele Menschen angewöhnt, so lange zu essen, bis der Teller leer, ihr Kalorienlimit erreicht oder das schlechte Gewissen zu groß ist. Damit ignorieren wir unsere eigentlichen Sättigungssignale und trainieren uns ein unnatürliches Essverhalten an. Das führt häufig zu Übergewicht. Die natürliche Sättigung zeigt sich dadurch, dass der Hunger nachlässt und das Essen nicht mehr so gut schmeckt wie zu Beginn. Die Aufmerksamkeit wandert langsam wieder weg vom Essen und es kann sich so anfühlen, als würde sich der Magen schließen. Man fühlt sich wohlig satt und zugleich zufrieden und energiegeladen. Wenn diese Signale eintreten, ist es ein guter Zeitpunkt, die Mahlzeit zu beenden.
Wie genau funktioniert intuitives Essen?
Das Geheimnis des intuitiven Essens ist im Grunde ganz einfach. Man handelt nach seinen körperlichen Bedürfnissen. Um diese Körpersignale bestmöglich wahrnehmen zu können, kann es sehr hilfreich sein, sich an vier Grundsätzen zu orientieren:
1. Essen, wenn wir körperlich hungrig sind.
2. Das wählen, was uns schmeckt und gut tut. Der Körper weiß, was er braucht. Es ist wichtig, die Speisen zu wählen, zu denen einen die Intuition führt. Mit der bedingungslosen Erlaubnis, alles zu essen, was einem wirklich schmeckt und gut tut, verändert sich die Lust auf die “verbotene Frucht” automatisch in echten Hunger auf nahrhafte und natürliche Lebensmittel.
3. Es ist wichtig, aus dem Essen wieder eine bewusste Tätigkeit zu machen. Achtsamkeit und Genuss sind dabei die Schlüsselworte.
4. Der letzte Grundsatz widmet sich der Sättigung. Um dem Körper nicht weiter Energie zuzuführen, wenn er sie nicht mehr länger benötigt, ist es wichtig, die Mahlzeit bei angenehmer Sättigung zu beenden.
Gewohnheiten ablegen – intuitive Ernährung erlernen
Intuitives Essen beginnt nicht auf dem Teller, sondern im Kopf. Im Laufe der Zeit haben sich viele Menschen ein Essverhalten angewöhnt, das wenig mit ihrer inneren Intuition, jedoch viel mehr mit äußerlichen Ernährungsvorgaben und Diät-Regeln zu tun hat. Um zur intuitiven Ernährung zurückzufinden ist es wichtig, sich dieser äußeren Ernährungsvorgaben bewusst zu werden und diese zu hinterfragen. Esse ich wirklich bei körperlichem Hunger oder oftmals aus Gewohnheit? Muss es gerade wirklich die Schokolade sein oder brauche ich eigentlich gerade ein Stück Obst? Man lernt, die eigene Lebensmittelwahl achtsam zu beobachten und die Antwort im Bauch zu finden, anstatt im Kopf. Für die Umstellung unserer angelernten Essgewohnheiten zurück zum intuitiven Essen, kann zusätzliches mentales Training sehr hilfreich sein. Das hilft uns dabei, unsere alten Essgewohnheiten zu lösen und zu den Nervenbahnen unseres intuitiven Essverhaltens zurückzufinden, welche seit Geburt in uns verankert sind.
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Ist intuitives Essen gesund?
Es gibt zahlreiche Studien, die sich mit dem Zusammenhang einer intuitiven Ernährung auf unsere mentale und körperliche Gesundheit beschäftigen. Die Studienergebnisse fassen unter anderem die folgenden positiven Auswirkungen zusammen:
Training für Körper und Geist – mit Achtsamkeit richtig essen
Der Schlüssel zur Sättigung und zur Zufriedenheit beim Essen heißt Achtsamkeit. Unsere Körpersinne sind direkt mit unserer Intuition verknüpft. Je achtsamer man isst, desto intensiver kann wahrgenommen werden, was der Körper gerade wirklich benötigt. Aus biologischer Sicht benötigt der Körper bis zu 20 Minuten, bis er die ersten Sättigungssignale sendet. Ein weiterer wichtiger Aspekt, warum man sich beim Essen genug Zeit nehmen sollte: Studienergebnisse zeigen, dass Achtsamkeit in einem direkten Zusammenhang mit besserer Wahrnehmung interner (und nicht externer) Hungersignale steht. Außerdem wurde bewiesen, dass durch achtsames Essen ein problematisches Essverhalten, wie Essstörungen oder zwanghaftes Diäthalten, besser gesteuert werden kann.
Abnehmen ohne Diät – Mit intuitivem Essen zum Wunschgewicht
Mithilfe des intuitiven Essens gehören Heißhunger und Essanfälle der Vergangenheit an. Da für intuitive Esser jedes Lebensmittel zu jeder Zeit erlaubt ist, haben sie aus körperlichen Gründen, im Gegensatz zu Diäthaltenden, kein Verlangen nach vermeintlich ungesundem Essen. Laut Studien befindet sich das Gewicht von intuitiven Essern außerdem im unteren Normalgewicht-Bereich und für die, die es gerade lernen, steht dem Abnehmen nichts mehr im Wege. Auch ein geringerer Zusammenhang zwischen intuitivem Essen und der Gefahr, an Essstörungen zu erkranken, wird wissenschaftlich nachgewiesen.
Gesund abnehmen mit intuitiver Ernährung – geht das?
Vielgerühmte Ernährungsumstellungen sind in Wahrheit häufig geschickt getarnte Diäten, mit denen auf Dauer kein Erfolg zu erzielen ist. Dass schnelles Abnehmen mit Diäten nicht funktioniert, ist schon lange bekannt. Sie führen in beinahe allen Fällen zum Gegenteil — einer Gewichtszunahme. Das beweisen unzählige Studien.
Beim intuitiven Essen vertrauen wir darauf, dass unser Körper schlauer ist als jede Diät. Man lernt, mit den körpereigenen Hunger- und Sättigungssignalen in Einklang zu kommen und diese bewusst zu spüren. Dadurch lassen die (emotionalen) Essanfälle nach und man hört mit dem Essen auf, wenn man angenehm gesättigt sind. Man arbeitet wieder mit dem Körper und nicht gegen ihn, sodass wir unser Wohlfühlgewicht nicht nur erreichen, sondern auch auf Dauer halten. Das Abnehmen wird quasi zur Nebensache und passiert automatisch, weil wir lernen, wieder eine normale und gesunde Beziehung zum Essen aufzubauen.
Intuitives Essen mit anderen Ernährungsformen kombinieren?
Es gibt bestimmte Ernährungsformen, die entweder mit dem Glauben oder der ethischen Einstellung zusammenhängen (z.B. vegetarische oder vegane Ernährung) oder aufgrund gesundheitlicher Aspekte (z.B. Zöliaki und Sprue, Fruktose- oder Laktoseintoleranz, Allergien) eingehalten werden müssen. Diese Ernährungsformen sind absolut vereinbar mit dem Ansatz des intuitiven Essens. Körperlicher Hunger ist unspezifisch und richtet sich nicht auf bestimmte Lebensmittel. Bevor wir uns für das Konsumieren gewisser Lebensmittel entscheiden, können wir immer prüfen, ob sich diese Lebensmittel gerade auch mit unseren mentalen Vorstellungen oder unserem körperlichen Wohlbefinden vereinbaren lassen und uns dafür oder dagegen entscheiden.
Vorteile von intuitivem Essen: