Depression – Symptome und Therapiemöglichkeiten

Blatt im Wasser

Jeder Mensch hat mal einen schlechten Tag und muss mit Lustlosigkeit kämpfen. Diese Anfälle schlechter Laune sind noch längst keine Depression. Erst wenn die gedrückte Stimmung lange anhält, kann das ein Alarmzeichen für eine ernsthafte depressive Erkrankung sein.

Depressive Menschen sind permanent traurig, bedrückt oder verzweifelt. Das Gefühl von andauernder Sinnlosigkeit und Trübsinn verlässt sie nie. Sie haben das Interesse an allen Dingen verloren, die sonst wichtig und interessant für sie waren. Menschen mit einer Depression haben grund­sätzlich keinen eigenen Antrieb. Auch können körperliche Begleit­erscheinungen wie Schlafstörungen, Gewichtsverlust, Atemprobleme und Verdauungsprobleme mit Depressionen stets einhergehen.

Info: Volkskrankheit Depression

InformationRund 121 Millionen Menschen sind weltweit an Depressionen erkrankt. Schätzungen sagen, dass 50 Prozent der Deutschen entweder selbst von Depressionen betroffen sind oder durch Angehörige oder Freunde bereits Kontakt zur Krankheit hatten.

50 %

Endogene Depression
Weder körperliche noch psychische Ursachen

Somatogene Depression
Direkter Zusammenhang mit körperlichen Krankheiten

Psychogene Depression
Es besteht ein nachweislicher Zusammenhang mit seelischen, traumatischen Ereignissen

Besondere Lebenslagen
Zusammenhang mit individuellen Lebensumständen

Sonstige
Winterdepression, larvierte Depression

Häufige Symptome

Es ist oft nicht leicht, die Grenzen zwischen ganz normaler und alltäglicher schlechter Laune, der gelegentlichen Niedergeschlagenheit und einer veritablen Depression zu ziehen. Doch in den meisten Fällen lässt sich eine Depression durchaus von einer vorübergehenden schlechten Stimmung unterscheiden. Laut Professor Ulrich Hegerl von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe sind Depressionen ein „hässlicher, kalter Zustand“.

Rechtzeitige Hilfe rettet Leben

Bei dem Verdacht auf Depressionen bei einer Person ist es sehr wichtig schnell Hilfe zu suchen. Viele Depressive sind suizidgefährdet. Durch rechtzeitige Hilfe und Behandlung könnten viele Selbstmorde verhindert werden, so Experten.

Die wichtigsten Anzeichen für Depressionen

  • Ständige gedrückte Stimmung und Niedergeschlagenheit
  • Mangelnder Appetit und Gewichtsabnahme
  • Schlafstörungen
  • Permanente und qualvolle Unruhe
  • Ständiger Rückzug
  • Kein Interesse an normaler Aktivität, an Spaß und Vergnügungen
  • Hemmungen beim Denken, Unentschlossenheit und schlechte Konzentration
  • Keine Energie, ständige Müdigkeit
  • Kaum sexuelles Interesse
  • Verlust des Selbstbewusstseins
  • Unangemessene Schuldfühle, Befürchtungen von Verarmung
  • Gedanken kreisen ständig um den Tod, um Selbstmord und Selbstmordversuche

Die Ursachen der Depression

Die Ursachen der Depression sind immer noch unbekannt. Eine einzige und allgemeingültige Erklärung gibt es nicht. Damit die Krankheit sich manifestieren kann, müssen immer mehrere Faktoren zusammenkommen.

Genetische Faktoren:

  • Besonderheiten im Gehirn
  • Weniger aktive Hirnregionen
  • Überaktive Hirnregionen z. B. bei der Ausschüttung von Stresshormonen
  • Möglicher Mangel an Botenstoffen (Neurotransmitter) im Gehirn (Serotonin, Noradrenalin)
  • Genetische Disposition

Psychische Faktoren:

  • Negative Erfahrungen in der Kindheit
  • Erfahrungen von Gewalt und Missbrauch
  • Schlechter Umgang mit Misserfolgen
  • Übertriebene Schuldgefühle

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Von der GKV werden übernommen:

  • Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente
  • stationäre und psychotherapeutische Behandlungen, jedoch ausschließlich von einem Arzt mit Kassenzulassung

Es werden nur drei Therapieverfahren von der gesetzlichen Krankenkasse zugelassen:

  • Psychoanalyse mit maximal 300 Stunden
  • Tiefenpsychologische Psychotherapie mit 100 Stunden
  • Verhaltenstherapie zwischen 80 und 100 Stunden

Für weitere Therapieformen sind spezielle Gutachten notwendig. Setzen Sie mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung.

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Eine herkömmliche Therapieformen ist zum Beispiel die Bewegungstherapie. Bei der Winterdepression kann die Lichttherapie hilfreich sein. Auch eine Wachtherapie durch Schlafentzug verschafft einigen Erkrankten Ermutigung und Stärkung.

Als pflanzliches Medikament werden Präparate aus Johanniskraut eingesetzt. Obwohl diese Medikamente nicht rezeptpflichtig sind, sollte ihre Verwendung vorsichtig geschehen. Keinesfalls sollten diese Präparate ohne Rücksprache mit dem Arzt eingesetzt werden. Es ist nicht genau bekannt, welcher der zahlreichen Inhaltsstoffe der Pflanzen­präparate die antidepressive Wirkung hat.

Grundsätzlich spielen zwei wichtige Faktoren eine Rolle für die Entwicklung einer Depression.

Die Lebensumstände eines Menschen bestimmen die positiven Gefühle und Empfindungen: Wer in glücklichen und zufriedenen Verhältnissen lebt und agiert, ist weniger anfällig für die Entwicklung einer Depression.

Das eigene Verhalten kann zur psychischen Gesundheit beitragen: Ein offener Mensch, der auf seine Umwelt zugeht, bekommt positives Feedback. Menschen mit einer depressiven Veranlagung neigen zum Rückzug. Durch negative Reaktionen auf solche Verhaltensmuster werden depressive Impulse verstärkt.

Die Diagnose

Eine richtige und qualifizierte Diagnose kann nur ein Arzt stellen. Es gibt zwar beispielsweise im Internet Selbsttests zur Eigenkontrolle, doch solche Tests können höchstens Anhaltspunkte liefern, aber niemals die ärztliche Diagnose ersetzen.

Wichtig ist vor allem, dass andere Ursachen für die entsprechenden Symptome oder Verhaltensweisen ausgeschlossen werden. Körperliche Untersuchungen wie eine Blutanalyse oder eine Computeruntersuchung des Gehirns können dies leisten.

Konsum von Antidepressiva weltweit

Quelle: statista 2018, Die Grafik zeigt die durchschnittlichen Tagesdosen von Antidepressiva in ausgewählten Ländern 2015 (je 1.000 Personen/Tag)

Formen von Depression

Wenn der Arzt weder eine körperliche noch eine seelische Ursache für eine Depression ausmachen kann, so diagnostiziert er eine endogene Depression. Die Krankheit entsteht offenbar einfach von innen heraus. Die Ursachen für diese Depressionsform können in einem fehlgeleiteten Stoffwechsel der Gehirnzellen, in einem Mangel an bestimmten Stoffen liegen. Doch auch genetische Gegebenheiten können zum Entstehen einer Depression beitragen. Eine endogene Depression verläuft in Phasen. Der Beginn ist sehr langsam, man spürt kaum etwas von den Symptomen. Die Symptome verschwinden nach einiger Zeit. Oft bleibt eine solche Depression einmalig, doch gibt es auch mehrfache Anfälle. Die häufigste Form ist die Unipolare Depression. Die Erkrankten haben hierbei ausschließlich depressive Phasen.

Bipolare Depression

Typisch für diese Art der psychischen Störung ist der Wechsel von depressiven und manischen Phasen. „Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt“ – so beschreibt eine Redensart solche Zustände. Phasen tiefer Niedergeschlagenheit wechseln mit überdrehtem Verhalten und Selbstüberschätzung. Ein anderer Begriff für diese Depressionsform ist die „manisch-depressive Erkrankung“.

Diese Form der Depression kommt nur im Zusammenhang mit körperlichen Krankheiten vor, tritt jedoch eher selten auf. Diese Depression wird in verschiedene Formen unterteilt, nicht zuletzt wegen einer gezielten Behandlung.

Symptomatische Depression

Die Depression wird hier als Symptom einer anderen Erkrankung beschrieben. So können Morbus Cushing, Schilddrüsenstörungen, AIDS oder TBC sowie chronische Erkrankungen wie Herz- und Nierenerkrankungen, die CPOD oder Vitaminmangel die psychische Erkrankung auslösen.

Pharmakogene Depression

Hier wird die Depression durch bestimmte Medikamente hervorgerufen. Das können Mittel gegen Bluthochdruck, kortisonhaltige Präparate, ältere Verhütungsmittel oder Krebsmittel zur Hemmung des Zellwachstums sein. Auch durch Antiepileptika, Mittel zur Behandlung schizophrener Störungen oder auch hoher Alkoholkonsum können zu Depressionen führen.

Organische Depression

Bei einer solchen Depression liegt eine Erkrankung des Gehirns vor. So können Gehirntumore, Migräne oder Epilepsie, Parkinson oder eine Degeneration von Gehirnzellen die Ursache für die psychischen Probleme sein.

Bei dieser Form der Depression gibt es immer eine Verbindung zwischen traumatischen Vorfällen und dem Auftreten der depressiven Symptomatik. Auch diese Form unterscheidet sich durch unterschiedliche Ausprägungen.

Erschöpfungsdepression

Es besteht immer ein Zusammenhang zwischen ständiger Anspannung im Beruf oder im Privatleben. Durch ständige Überforderung, Drang nach Perfektion und allgemein hohe Belastung kann eine solche Depression entstehen. Allgemein bekannt ist dafür auch der Begriff des Burnout-Syndroms.

Neurotische Depression

Hier sind es unverarbeitete Erlebnisse aus dem Leben des Erkrankten, die zu einer Depression führen. In vielen Fällen sind es Erlebnisse aus der Kindheit, fehlende Sicherheit und Geborgenheit während der Entwicklung.

Reaktive Depression

Die Depression hat dabei ihre Ursachen in aktuellen Konflikten. So kann der Tod des Partners, ein Unfall, die Scheidung oder Arbeitslosigkeit die Betroffenen in eine Depression stürzen. Rund 20 Prozent der Menschen, die sich mit derartigen Problemen auseinandersetzen müssen, reagieren mit den Symptomen einer Depression.

Bei dieser Form der Depression sind die Lebensumstände der Auslöser für die Erkrankung. So kennt man die Wochenbettdepression von Frauen, die entbunden haben. Die klimakterische Depression befällt Frauen, die mit dem Klimakterium nicht fertig werden. Durch fortschreitendes Alter kann eine Altersdepression ausgelöst werden. Doch auch Kinder können depressiv werden. Wenn gerade hier keine Behandlung erfolgt, kann sich die Depression durch das ganze Leben ziehen.
Vielen Menschen ist die Winterdepression bekannt. In den dunklen Jahreszeiten, in Herbst und Winter, fühlen sich viele Menschen schwach, verstimmt und gedrückt und ziehen sich zurück. Die Bandbreite einer solchen depressiven Verstimmung kann sich von einer eher harmlosen Melancholie bis zu schweren Manifestationen einer Depression erstrecken.

Larvierte Depression

Diese Depression versteckt sich förmlich hinter körperlichen Erscheinungen. Ständige Kopfschmerzen, Herzprobleme und Schwierigkeiten mit dem Verdauungstrakt wie Blähungen und Darmkrämpfe können Zeichen einer Depression sein. Doch hier müssen sehr genaue Untersuchungen sicherstellen, dass diese Symptome nicht von einer organischen Erkrankung herrühren.

Die Therapie

Die Therapie richtet sich nach den individuellen Symptomen, der Ausprägung und dem Schweregrad der Erkrankung. Zur Verfügung stehen Medikamente und verschiedene Formen der Psychotherapie.

Grad der Depression und die Art der Behandlung

Leichte Depression:

  • Ambulante Gesprächstherapie meist ausreichend
  • Häufig kommt die interpersonelle Therapie zum Einsatz: Der Patient, sein Umfeld und seine Rolle in diesem Umfeld stehen dabei im Mittelpunkt

Mittelschwere Depression:

  • Meist kommen Antidepressiva in Kombination mit einer Psychotherapie zum Einsatz.
  • Die Zusammenarbeit mit anderen behandelnden Ärzten ist unerlässlich.

Schwere Depression:

  • Häufig stationärer Aufenthalt notwendig, da oft Suizidgefahr besteht
  • Kombination von Medikation und Psychotherapie
  • Es werden gut strukturierte Behandlungen bevorzugt

Tipps der Redaktion

Tipps für Angehörige von Erkrankten

Gerade bei einem depressiven Menschen sind seine soziale Umgebung und die Angehörigen besonders gefordert. Viele Angehörige leiden mit, wenn sich der Partner verändert, wenn ein vorher lebensbejahender und fröhlicher Mensch plötzlich nur noch klagt und sich zurückzieht. Sie können auch aggressiv und wütend werden. Einige Tipps können helfen, besser auf die Situation zu reagieren und Fehler zu vermeiden.

  • Ärztliche Hilfe suchen: Viele Menschen mit Depressionen erkennen ihre Situation nicht oder sind selbst nicht in der Lage, Hilfe zu suchen. Gerade bei Depressionen ist aber eine frühe Behandlung wichtig. Es ist also durchaus legitim, wenn sich die Angehörigen für den Erkrankten an einen Arzt wenden.
  • Viel Geduld: Wenn sich die Erkrankten zurückziehen, sich abwenden, nur noch klagen und düstere Gedanken haben, müssen Angehörige Geduld zeigen. Es ist kontraproduktiv, den Betroffenen vorzuwerfen, dass sie überzogen reagieren. Vielmehr sollte man sich positiv äußern und klar sagen, dass Depressionen eine ernsthafte Erkrankung sind, die aber durchaus erfolgreich behandelt werden können.
  • Kein Streit: Es bringt gar nichts, wenn man einem Betroffenen zu erklären versucht, dass sein Empfinden falsch ist. Der Betroffene erlebt seine Wirklichkeit tatsächlich so negativ. Auch wenn der Kranke zurückweisend und ablehnend ist, sollten sich Angehörige und Freunde nicht zurückziehen. Die Zurückweisung ist Teil der Krankheit.
  • Keine Überforderung: Angehörige sollten ihre eigenen Interessen nicht aus den Augen verlieren. Der Umgang mit einem Depressiven, vielleicht über Wochen und Monate hinweg, kann sehr belastend sein. Man sollte sich öfter belohnen, den eigenen Freundeskreis pflegen.
  • Keine Ratschläge: Ebenfalls kaum förderlich ist es, einem depressiven Angehörigen zum Beispiel vorzuschlagen, er solle ausspannen oder für ein paar Tage verreisen. Er kann nicht entspannen. Wenn die Umgebung nicht vertraut ist, können sich Symptome sogar verschlimmern.
  • Keine aggressiven Vorwürfe: Es ist völlig verfehlt, einem Depressiven zu sagen, der solle sich „zusammenreißen“ oder „nicht so anstellen“. Mit solchen Äußerungen stürzt man einen Erkrankten noch mehr in Schuldgefühle und negative Empfindungen. Anstelle von Vorwürfen braucht ein Depressiver Zuwendung und Unterstützung. Jeder eigene Antrieb, jede eigene Handlung muss verstärkt werden.

Ernährung: Depression als Zeichen von Nährstoffmängeln

Treten aufgrund einseitiger Ernährung Nährstoffmängel auf, so zeigen sich je nach Nährstoff mehr oder weniger unterschiedliche Symptome. Auch eine Depression und Lethargie können Anzeichen eines spezifischen Nährstoffmangels sein. So können die Symptome vorwiegend bei einem Mangel an Biotin (B7), Folsäure und Vitamin C auftreten. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung ist demnach auch Grundlage für eine gesunde Psyche.

Rezepte: Schmackhaftes Seelen-Futter

6 Portionen
6 Blatt weiße Gelatine
3 Eigelb
2 EL Zucker
250 g Sahnequark, abgetropft
125 g süße Sahne
1 Orange, Saft und Schale
1 TL Orangenöl oder Orangensirup
1 Orange, filitiert

Orangenmousse

Zubereitung
1. Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Eigelb und Zucker schaumig schlagen.
2. Den Quark unter die Eigelbmasse heben. 1 EL Orangenschale, 4 EL Orangensaft und das Orangenöl (bzw. den Sirup) vorsichtig unterheben.
3. Gelatine nach Packungsanleitung auflösen und unter die Masse heben. Kalt stellen.
4. Sahne steif schlagen und unter die kaltgestellte Masse heben. auf Portionsschälchen verteilen und über Nacht kalt stellen.
5. Mit geriebener Orangenschale und Orangenfilets garniert servieren.
Nährwert pro Portion: 198 kcal, 15 g Fett, 45 mg Vitamin C

Leber-Geschnetzeltes auf Reis

4 Portionen
200 g Reis
400 g Leber
4 EL Mehl
40 g Butter
1 Zwiebel
200 ml süße Sahne
1 Bund Salbei, frisch
Salz
Pfeffer

Zubereitung
1. Wasser aufkochen und salzen. Reis nach Packungsanleitung garen.
2. Leber in dünne Streifen schneiden und in Mehl wenden. Zweibel schälen und fein würfeln.
3. Butter in einer Pfanne erhitzen. Zwiebeln andünsten. Leber hinzugeben und unter Wenden etwa 3 Minuten anbraten.
4. Salbei fein schneiden. Sahne und Salbei in die Pfanne geben, salzen, pfeffern und weitere 4 Minuten ziehen lassen.
5. Reis auf einem Teller anrichten und das Geschnetzelte darüber geben.
Nährwert pro Portion: 547 kcal, 26 g Fett, 0,079 mg Biotin, 0,256 mg Folsäure

(Bitte beachten Sie unsere Hinweise zu medizinischen Inhalten!)