Der Tod eines Angehörigen ist in den meisten Fällen mit großer Trauer verbunden. Doch schon in den Tagen unmittelbar nach dem Tod müssen wichtige Entscheidungen getroffen werden. Wie soll der Verstorbene beigesetzt werden? Wer soll mit den Formalitäten beauftragt werden? Wer übernimmt die Beerdigungskosten? In diesem Spezial werden die wichtigsten Fragen beantwortet – für die Angehörigen oder für Menschen, die ihre eigene Beisetzung vorbereiten möchten.
Kurz und Knapp: Das Wichtigste zu Bestattungskosten
Das Wichtigste zu Bestattungskosten
Wer zum ersten Mal einen nahen Angehörigen verliert, weiß oft gar nicht, wo er mit der Planung der Bestattung und der Erledigung der Formalitäten anfangen soll. Es kann helfen, wenn Familienmitglieder sich schon vor dem Tod über die wichtigsten Fragen austauschen. Nicht alle aber mögen über das Thema Tod offen reden. Dann ist es auch möglich, schriftliche Anweisungen für die Nächsten zu hinterlassen und darin die eigenen Wünsche deutlich zu formulieren.
Checkliste Todesfall – Was tun im Sterbefall?
Oft tritt der Tod eines Angehörigen unerwartet ein. Neben der Trauer sind dann auch viele Formalitäten und organisatorische Aufgaben zu bewältigen, mit denen man sich im Alltag zuvor nie beschäftigt hat. Welche Papier benötigt das Bestattungsunternehmen? Wer muss informiert werden? Wann findet eine Beisetzung statt? Wir geben Ihnen für diese Situation einen Leitfaden an die Hand, der die wichtigsten Schritte in der Zeit nach einem Todesfall zusammenfasst.
Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit Dr. Angelika Franz verfasst. Angelika Franz ist promovierte Archäologin, Wissenschaftsjournalistin und Buchautorin. Das Thema Bestattungen aller Art ist eines ihrer Spezialgebiete.
Ablauf einer Bestattung
Während einer Bestattung wird der Leichnam bzw. die Asche des Verstorbenen in einem Sarg oder einer Urne oder, nach muslimischem Brauch, in einem Leichentuch, beigesetzt. In der Regel folgt die Bestattung einem traditionellen Ablauf, individuelle Wünsche des Verstorbenen oder der Angehörigen können in die Gestaltung jedoch einfließen. Klassischer Weise besteht eine Bestattung als folgenden Elementen:
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FAQ – die häufigsten Fragen zu Bestattungen
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Bestattungsarten und ihre Kosten
Während früher die Sargbestattung üblich war, hat sich dieser Trend in den letzen Jahren gewandelt. Heute finden etwas über die Hälfte aller Bestattungen in einer Urne statt. Allerdings gibt es hier regionale Unterschiede: Während im Süden und Westen Deutschlands die Sargbestattung nach wie vor am meisten gewünscht wird, entscheiden sich die meisten Menschen im Norden und Osten für die Beisetzung in einer Urne. Zunehmend werden auch alternative Bestattungen wie Seebestattungen, eine Beisetzung im Wald oder in Mauern mit Urnennischen, so genannten Kolumbarien, nachgefragt. Immer mehr Menschen wünschen sich eine nachhaltige Bestattung. So wird heute mehr Wert auf Materialien aus ökologischem Anbau bei der Totenkleidung oder beim Sarg gelegt.
Je nach Bestattungsart und Ausführung können die Kosten stark variieren. Die Gesamtsumme für eine Bestattung setzt sich aus folgenden Einzelposten zusammen:
- Sarg: 400 € (Kiefer, massiv) – 1500 € (Eiche)
- Kissen, Decken, Polster: 60 € – 250 €
- Überführung des Toten: 110 € – 260 €
- Hygienische Versorgung d. Toten: 50 € – 250 €
- Ankleiden und Einsargung: 60 € – 190 €
- Totenbekleidung: 50 € – 250 €
- Verwaltung: 80 € – 230 €
- Aufbahrung: 70 € – 280 €
- Blumenschmuck: 190 € – 650 €
- Trauerhallennutzung: 100 € – 500 €
- Sargträger: 80 € – 350 €
- Trauerredner: 100 € – 450 €
- Musiker: 150 € – 500 €
- Grabstein: 450 € – 5000 €
- Leichenschmaus mit 30 Pers.: 250 € – 1500 €
- Erdgrab: 1000 € – 3500 €
- Beisetzungsgebühr: 400 € – 500 €
Je nach gewählten Leistungen können die Kosten einer Bestattung stark variieren. Hier sind die Gesamtkosten für unser jeweiliges Beispiel:
3.600 € – 20.760 €
- Sarg: 300 € – 750 €
- Kissen, Decken, Polster: 60 € – 250 €
- Überführung des Toten: 110 € – 260 €
- Hygienische Versorgung d. Toten: 50 € – 250 €
- Ankleiden und Einsargung: 60 € – 190 €
- Totenbekleidung: 50 € – 250 €
- Verwaltung: 80 € – 230 €
- Einäscherungsgebühren: 150 € – 600 €
- Wasserlösliche Urne: 50 € – 250
- Beisetzung mit Begleitung: nur als Paket buchbar
Je nach gewählten Leistungen können die Kosten einer Bestattung stark variieren. Hier sind die Gesamtkosten für unser jeweiliges Beispiel:
1.660€ – 6.030€
- Sarg: 300€ – 750€
- Überführung des Toten: 110 € – 260 €
- Zusätzliche Leichenschau: 50€ – 250€
- Ankleiden und Einsargung: 60 € – 190 €
- Totenbekleidung: 50 € – 250 €
- Verwaltung: 80 € – 230 €
- Urne: 60€ – 135€
- Einäscherungsgebühren: 150 € – 600 €
- Blumenschmuck: 190 € – 650 €
- Trauerhallennutzung: 100 € – 500 €
- Urnenträger: 80 € – 100 €
- Trauerredner: 100 € – 450 €
- Musiker: 150 € – 500 €
- Grabstein: 450 € – 3000 €
- Leichenschmaus mit 30 Pers.: 250 € – 1500 €
- Urnengrab: 500 € – 1250 €
- Beisetzungsgebühr: 150 € – 500 €
Je nach gewählten Leistungen können die Kosten einer Bestattung stark variieren. Hier sind die Gesamtkosten für unser jeweiliges Beispiel:
2.990€ – 11.175€
Weitere Bestattungsarten
Quelle: NDR Doku-Reihe 45Min: „Nach dem Tod: Sarg war gestern“
Bestattungskosten – Wer muss für die Beerdigung zahlen?
In Deutschland gilt in Bezug auf die Beerdigungskosten eine Kostentragungspflicht für die Erben. Gibt es kein Testament, das explizit Erben festlegt, gilt die gesetzliche Erbfolge. Hier stehen Ehegatten, Kinder und Enkel an erster Stelle. Darauf folgen Eltern und Geschwister, schließlich Großeltern, Onkel und Tanten. Die Erben müssen aber nicht notwendigerweise die nächsten Angehörigen sein, wenn das Testament andere Personen als Erben bestimmt. Gibt es eine Erbengemeinschaft, so wird die entsprechende Summe aus dem Gesamterbe beglichen. Erst wenn keine Hinterbliebenen vorhanden sind oder die vorhandenen Erben ihrer Bestattungspflicht nicht nachkommen können, übernimmt die Gemeinde, in welcher der Tod eingetreten ist, die Bestattung.
Erbe ausschlagen und trotzdem zahlen?
Selbst wenn alle Erbberechtigten das Erbe ausschlagen, kann es passieren, dass Angehörige die Kosten für die Bestattung übernehmen müssen. Die Beerdigungskosten müssen in diesem Fall von den Personen getragen werden, die zum Unterhalt des Verstorbenen verpflichtet waren oder gewesen wären. Dies sind, wie in der Erbfolge, zunächst die Ehegatten, Kinder und Enkel. Darauf folgen die Eltern und Geschwister, schließlich die Großeltern, Onkel und Tanten des Toten.
Wer zahlt, wenn Angehörige es nicht können?
Können die Bestattungskosten von den Erben oder Angehörigen nicht getragen werden, übernimmt das Sozialamt die Begleichung. Für die Erstattung der Beisetzungskosten durch das Sozialamt muss der Antragsteller weder Arbeitslosengeld II empfangen noch Sozialhilfe empfangen. Auch Personen mit geringem Einkommen oder niedriger Rente können einen Antrag stellen. Für eine Bewilligung müssen allerdings die Vermögen der weiteren Erben und der Angehörigen überprüft werden. Wird der Antrag bewilligt, kann der Bestatter direkt mit dem Sozialamt abrechnen.
Bestattungskosten steuerlich absetzen
Übersteigen die Bestattungskosten das Erbe, ist es möglich, einige Kosten der Beerdigung als außergewöhnliche Belastung steuerlich abzusetzen. Dazu gehören die Kosten für den Bestatter, die Grabstelle oder den Grabstein ebenso wie die Kosten für die Erstellung der Sterbeurkunde, die Testamentseröffnung oder den Notar. Für die Erbschaftssteuer gilt eine Pauschale von 10.300 € als Bemessungsbasis. Bis zu diesem Betrag sind keine Einzelbelege notwendig.
Bei der Einkommensteuer können Bestattungskosten, die das Erbe übersteigen, bis maximal 7.500 € als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Die geleisteten Kosten werden auf der dritten Seite des Hauptvordrucks (Mantelbogen) in Zeile 67 oder 68 als außergewöhnliche Belastung eingetragen. Inwieweit die Kosten letztendlich von der Steuer abgesetzt werden können, richtet sich nach Gehalt, Familienstand und Anzahl der Kinder.