Berufsunfähigkeitsrente: Höhe richtig absichern
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Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist umso wertvoller, je mehr Sie sie im Falle einer Berufsunfähigkeit wirklich finanziell entlastet – entscheidende Bedeutung kommt damit der Höhe der Berufsunfähigkeitsrente zu. Wichtig dabei:
- Die Lebenshaltungskosten bleiben auch bei einer Berufsunfähigkeit fast gleich hoch – die Berufsunfähigkeitsrente muss die laufenden Kosten decken.
- Die Erwerbsminderungsrente macht kaum mehr als ein Drittel des letzten Bruttogehalts aus – jüngere Versicherte erhalten keine Leistungen bei BU.
- Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente muss so geplant werden, dass Sie Ihre Beiträge für die private Altersvorsorge auch bei Berufsunfähigkeit weiterzahlen können.
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Die richtige Berufsunfähigkeitsrente berechnen
Tipp: So berechnen Sie die optimale Höhe der Versicherung:
Ihr aktuelles Nettoeinkommen:
80 % davon¹:
⁒ BU aus betrieblicher Altersvorsorge
⁒ bestehende private Absicherung
⁒ 30 % mgl. Erwerbsminderungsrente²
Abzusichernde BU:
+ mgl. Steuern³
+ ggf. Krankenkassenbeiträge⁴
¹ Mindestsicherung, um Lebensstandard halten zu können.
² Nur zu 30 % berücksichtigen, weil Leistungen nur bei Erwerbsminderung, nicht bei Berufsunfähigkeit.
³ Pauschal mit 25 % ansetzen
⁴ Relevant vor allem bei Selbstständigen, PKV-Mitgliedern und Versicherten ohne Familienversicherung.
Berufsunfähigkeitsrente: Welche Ansprüche habe ich denn noch?
Die richtige Höhe der Berufsunfähigkeitsrente hängt auch davon ab, dass Sie alle Ansprüche addieren, die Sie im Falle einer Berufsunfähigkeit haben werden. Wichtig sind dabei: BU-Rente aus einer betrieblichen Altersvorsorge: Die meisten Modelle einer betrieblichen Altersvorsorge sehen auch eine Zahlung bei Berufsunfähigkeit vor – sprechen Sie Ihren Arbeitgeber an, damit er Ihre Ansprüche ermittelt.
Erwerbsminderungsrente der Deutschen Rentenversicherung: Wenn Sie nach 1960 geboren sind, bekommen Sie lediglich eine Erwerbsminderungsrente, wenn Sie dem Arbeitsmarkt gar nicht mehr zur Verfügung stehen. Bei Berufsunfähigkeit können Sie nur dann mit einer Rente rechnen, wenn Sie vor 1961 auf die Welt gekommen sind.
Andere private Versicherungen: Viele haben auch eine private Unfallversicherung abgeschlossen oder haben Anspruch auf Leistungen bei bestimmten Krankheiten oder bei Anerkennung einer Pflegestufe. Solche Versicherungen leisten gute Dienste, bieten aber nicht unbedingt Leistungen bei Berufsunfähigkeit – berücksichtigen Sie das, wenn Sie Ihre Ansprüche aufaddieren.
Welche Abgaben belasten meine Berufsunfähigkeitsrente?
Berufsunfähigkeitsrente ist nicht gleich Berufsunfähigkeitsrente: Die Leistungen aus einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung werden besteuert – Sie müssen also auf die Berufsunfähigkeitsrente Abgaben zahlen. Wie hoch die Steuerbelastung ist, hängt davon ab, wie lange die Rente voraussichtlich ausgezahlt wird.
Besondere Ertragsanteile für abgekürzte Leibrenten | ||||||||||||||||||||
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Dauer der Rentenzahlung | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14–15 | 16–17 | 18 | 19 | 20 | 25 | 30 |
Ertragsanteil in % | 0 | 1 | 2 | 4 | 5 | 7 | 8 | 9 | 10 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 18 | 19 | 20 | 21 | 26 | 30 |
Werden Sie also mit 48 Jahren berufsunfähig und haben einen Anspruch auf Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente bis 65 Jahre, dann beträgt die Dauer der Rentenzahlung voraussichtlich 17 Jahre, und der Ertragsanteil beträgt 18 Prozent. In der Praxis heißt das: Sie beziehen eine Berufsunfähigkeitsrente von 2.250 Euro monatlich – der Ertragsanteil beträgt 405 Euro im Monat und 4.860 Euro im Jahr. Ist die Berufsunfähigkeitsrente Ihre einzige Einnahmequelle, werden Sie als Single keine Steuern zahlen müssen, weil die 4.860 Euro unter dem Existenzminimum bleiben.
Anders sieht es bei einer steuerlichen Zusammenveranlagung aus. Hat Ihr Partner ein zu versteuerndes Einkommen von 75.000 Euro, werden die 4.860 Euro zum zu versteuernden Einkommen hinzuaddiert. Die Steuerbelastung erhöht sich so insgesamt um rund 1.800 Euro – bei einer Jahresrente von 27.000 Euro ist das zu verschmerzen, sollte aber mit eingeplant werden.
Beitrag zu hoch? Berufsunfähigkeitsrente senken?
Runter mit der Berufsunfähigkeitsrente! Das ist der erste Reflex, wenn der Beitrag für die erforderliche Berufsunfähigkeitsrente zu hoch ist. Grundsätzlich sollten aber verschiedene andere Ideen für eine Senkung der Beiträge ebenfalls bedacht werden:
1. Kann ich den Beitrag senken, ohne die Berufsunfähigkeitsrente zu senken?
Vor allem für jüngere Menschen sind die sogenannten Startertarife eine Variante – sie erlauben ausreichende Berufsunfähigkeitsrenten ohne Abstriche bei den Leistungen – die Beiträge steigen erst nach einigen Jahren an, wenn das Budget – zum Beispiel nach Ende des Studiums oder der Ausbildung – größer ist.
2. Soll ich die Laufzeit verkürzen?
Nein, das ist keine Option! Gerade jüngere Menschen müssen mindestens bis 67 Jahre arbeiten und brauchen im Fall einer Berufsunfähigkeit eine Berufsunfähigkeitsrente, die lange genug läuft.
3. Kann ich eine Berufsunfähigkeitsrente vereinbaren, die später steigt?
Ja, das ist auch die beste Lösung. Wählen Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die im Laufe der Jahre steigen kann – und zwar ohne Gesundheitsprüfung: Zum einen über die Vereinbarung einer Dynamik, mit der die Rente jährlich um einen vorher festgelegten Satz angepasst wird. Zum anderen über eine Nachversicherungsgarantie, die es Ihnen ermöglicht, die Rente auch um einige 100 Euro auf einmal nach oben anzupassen. Meist ist dafür der Eintritt bestimmter Lebensereignisse erforderlich – viele Anbieter erlauben eine Erhöhung aber auch ohne einen solchen Anlass in den ersten Vertragsjahren.
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