Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Vergleich & Tipps!
Die Berufsunfähigkeitsversicherung gilt als wichtigste Versicherung im Bereich der Vorsorge. Warum aber ist die BU so unverzichtbar? Jeder vierte Erwerbstätige in Deutschland muss seinen Beruf vor Erreichen des Rentenalters aufgeben. Über zehn Prozent trifft es vor dem 40. Lebensjahr. Diese und andere wertvolle Fakten hat die Krankenkassen-Zentrale für Sie verständlich aufbereitet. Sobald Sie eine BU-Versicherung suchen, können Sie sich hier ausführlich informieren und von unseren aktuellsten Insidertipps profitieren!
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Risiko einer Berufsunfähigkeit
Wahrscheinlichkeit, in einem bestimmten Alter vor dem 65. Lebensjahr arbeitsunfähig zu werden:
Alter | Frauen | Männer |
---|---|---|
20 Jahre | 43 % | 38 % |
30 Jahre | 41 % | 37 % |
40 Jahre | 39 % | 35 % |
50 Jahre | 34 % | 29 % |
Quelle: Statista
Themen auf dieser Seite
Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Mit der Berufsunfähigkeitsversicherung schützen sich Versicherungsnehmer gegen das Risiko der dauerhaften Erwerbsunfähigkeit. Tritt eine Erwerbsunfähigkeit ein, zahlt der BU-Versicherer bis zum Eintritt in das reguläre Rentenalter, beziehungsweise für die Dauer der Berufsunfähigkeit eine monatliche Rente. Ob die Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit oder einen Unfall ausgelöst wird, ist nicht entscheidend. Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet bei einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent.
Ursachen für Berufsunfähigkeit
Wann wird eine Berufsunfähigkeit angenommen?
Eine Berufsunfähigkeit wird dann angenommen, wenn der Versicherte voraussichtlich für 6 Monate krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage ist, seinen zuletzt ausgeübten Beruf ganz oder teilweise auszuüben. Alternativ wird Berufsunfähigkeit auch dann angenommen, wenn jemand bereits seit mehr als 6 Monaten nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann.
Für wen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?
Der Abschluss einer BU bietet Schutz für jeden, der seinen Lebensunterhalt wegen einer Arbeitsunfähigkeit nicht mehr sichern kann. Das Hauptziel einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist also der Ausgleich von Einkommensausfällen. Da die gesetzlichen und betrieblichen Leistungen meist unzureichend sind, wird der private Versicherungsschutz durch eine BU immer wichtiger. Er besteht auch dann weiter, wenn der Arbeitsplatz verloren geht oder sich der Beruf des Versicherten ändert.
Jeder 4. wird in seinem Leben mindestens einmal berufsunfähig!
Die Frage nach dem Sinn einer Berufsunfähigkeitsversicherung stellt sich also nicht wirklich, wenn man einen Blick auf die Fakten wirft:
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Warum die Berufsunfähigkeitsversicherung für jeden Beruf sinnvoll ist
Vor allem Berufstätige mit einem vergleichsweise wenig körperlich belastenden Job im Büro neigen zu der Einschätzung, dass sie nicht vom Risiko einer Berufsunfähigkeit betroffen sind – getreu dem Motto: Am Schreibtisch sitzen werde ich immer irgendwie können. Eine Fehleinschätzung, wie der Blick auf die Grafik oben mit den häufigsten Ursachen einer Berufsunfähigkeit zeigt: Das Risiko, psychisch zu erkranken, am Bewegungsapparat gesundheitliche Probleme zu bekommen oder Herz-Kreislauf Probleme zu haben, mag bei dem einen oder anderen Beruf stärker oder eben weniger stark ausgeprägt sein. Am Ende kann es aber jeden treffen – unabhängig von der beruflichen Tätigkeit.
Berufsunfähigkeitsversicherung: Ausnahme für bestimmte Personengruppen
Angestellte können unter bestimmten Bedingungen auch über die gesetzliche Altersrente ohne Gesundheitsprüfung für die Berufsunfähigkeit abgesichert werden. Möglich ist dies seit dem 1. Januar 2001 für Personen, die vor dem 2. Januar 1961 geboren wurden. Das bis dahin zweigliedrige System von Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrenten wurde ersetzt.
Diese Regelung gilt nach § 240 SGB VI aber nur als Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit und wird auch nur als solche abgesichert. Aufgrund strenger Voraussetzungen erhalten heute aber wesentlich weniger Menschen eine Invaliditätsrente als noch vor der Reform 2001. Freiberufler können Ansprüche über die berufständischen Versorgungswerke erwerben.
Auch die betrieblichen Vorsorgemöglichkeiten sind meist ohne oder mit nur wenigen Fragen zur Gesundheit erhältlich. In den Genuss eines solchen Invaliditätsschutzes kommen allerdings meist nur Beschäftigte in der Chemieindustrie, im Baugewerbe oder in Verlagen.
TK-Gesundheitsreport 2018: Arbeitsunfähigkeit nach Berufen
Der aktuell ausgeübte Beruf besitzt einen entscheidenden Einfluss auf die Häufigkeit und Dauer von Arbeitsunfähigkeit. Aufgrund unterschiedlicher gesundheitsbezogener Risiken habe beispielsweise ein Handwerker ein höheres Verletzungsrisiko am Arbeitsplatz als ein Büroangstellter.
Dies geht aus dem jährlich erscheinenden Gesundheitsreport der Techniker (TK) hervor, der im ersten Teil die Auswertungen zum Thema Arbeitsunfähigkeit zusammenfasst.
Im Jahr 2017 sind 5,79 Mio. Arbeitsunfähigkeitsfälle unter Versicherten der TK verzeichnet worden. Die Zahl der krankheitsbedingten Fehlzeiten (2017: 77 Mio.) ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Im Durchschnitt waren Erwerbspersonen 15,1 Tage arbeitsunfähig (4,14 Prozent). 2016 waren es noch 4,48 Prozent. Das bedeutet einen relativen Rückgang der AU-Tage um 0,8 Prozent. Damit setzt sich der Trend fort, seit 2016 erstmalig die Fehlzeiten zurückgegangen waren.
Erwerbspersonen waren in 2017 zwar seltener, dafür aber etwas länger krank geschrieben, als im Vorjahr. Dabei bilden immer noch traditionelle Atemwegserkrankungen die häufigste Ursache für eine Arbeitsunfähigkeit. Auf Platz 2 sind Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systemes benannt, gefolgt von Infektionen. Psychische Erkrankungen machen immerhin noch 4,8 (Männer) und 8,4 Prozent (Frauen) aus.
Berufsunfähigkeitsversicherung mit Rente koppeln sinnvoll?
Verbraucher stehen bei der Wahl der richtigen Berufsunfähigkeitsversicherung oft vor der Entscheidung, die BU durch eine Zusatzversicherung mit der Altersvorsorge zu kombinieren. Ist letztere Variante aber sinnvoll? Tatsächlich wird häufig von dieser Variante der BU abgeraten, auch wenn sie für bestimmte Personengruppen durchaus Vorteile bieten kann.
Die BU in Form einer Zusatzversicherung mit der Rentenversicherung zu koppeln, kann folglich Sinn machen, wenn beispielsweise der Fokus auf steuerlichen Vorteilen liegt und sich dies durch ein entsprechendes Einkommen auch auszahlt. Möchte man einen dynamischen Versicherungsschutz, der beide Varianten optimal bedient, ist jedoch der Abschluss zwei von einander unabhängigen Vorsorgeleistungen zu empfehlen.
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Vorteile
Nachteile
Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung
Ich brauche keine BU – ich werde ja nicht berufsunfähig. Solche Aussagen klingen häufig an, wenn es um die Gründe geht, warum viele Menschen sich nicht gegen eine drohende Erwerbsunfähigkeit absichern. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten Absicherungen – eine Absicherung, die die wenigsten haben. Die finanziellen Einbußen durch den Verlust der Arbeitskraft werden schlichtweg unterschätzt.
Wenn Sie heute mit 25 Jahren 2.000 Euro netto verdienen und Ihr Gehalt jährlich nur um 1 Prozent steigt, haben Sie bis zum 65. Geburtstag rund 1,2 Millionen Euro verdient! Werden Sie morgen berufsunfähig und bleiben es ein Leben lang, entsteht Ihnen ein Verlust ohne BU-Versicherung von über einer Million EURO, die Sie aus anderer Quelle ausgleichen müssten.
Als Bürokaufmann kostet sie die Absicherung dieser 2.000 Euro gerade einmal 60 Euro monatlich – das sind nicht einmal 30.000 Euro über 40 Jahre! Dafür erhalten Sie im „schlimmsten“ Fall – dem Eintritt einer Berufsunfähigkeit – mehr als 1 Million Euro an Leistungen und müssen im Falle einer Berufsunfähigkeit auch keine Beiträge mehr zahlen! Es gibt mittlerweile zahlreiche Policen die sogar weit weniger als 60 Euro monatlich kosten.
Im Klartext: Unter dem Strich klingt das so, als wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoller nicht sein könnte!
Beiträge auf Basis Berufsgruppe Bürokaufmann, 2.000 Euro Rente versichert, Laufzeit bis 65 Jahre, Nettobeiträge, Leistungsberechnung maximal.
Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beitragsrückgewähr
Eine Versicherung, bei der die gezahlten Beiträge am Ende zurückgezahlt werden, wenn die Versicherung nicht in Anspruch genommen wurde – die wünscht sich wohl jeder. Auch bei einer BU wäre eine solche Option wünschenswert. Tatsächlich gibt es Berufsunfähigkeitsversicherungen mit Beitragsrückgewähr. Wer sich jetzt freut, kann schnell enttäuscht werden – denn nicht immer hält dieses Tarif-Modell was es verspricht.
Wer eine BU mit Rückzahlung abschließt, zahlt monatlich höhere Beiträge. Diese Mehrbeiträge werden vom Versicherer in Sparanlagen verzinst angelegt. Dieser erwirtschaftete Überschuss wird dann am Lautzeitende ausgezahlt. Es handelt sich folglich nicht wirklich um eine Rückzahlung der BU-Beiträge, sondern vielmehr um eine Überschussbeteiligung.
Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Beitragsrückgewähr
Die Alternative zur BU mit Beitragsrückgewähr, ist folglich die Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Beitragsrückgewähr. Die monatlichen BU-Kosten fallen sehr viel geringer aus – jedoch ohne Rückzahlungsgarantie.
BU ohne Beitragsrückgewähr sinnvoller?
Zum einen sind die monatlichen Beiträge sehr viel geringer. Zum anderen lohnt sich eine BU mit Beitragsrückgewähr meist nur für sehr junge Versicherte, da die Differenz zu einer „normalen“ BU nicht so hoch ist. Außerdem sollten Versicherte folgendes beachten:
Tipps und Ratgeber zur Berufsunfähigkeitsversicherung
Checkliste: Was Sie beim Abschluss einer BU beachten sollten
Tipps der Redaktion
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Junge Erwachsene & BU-Absicherung
68 Prozent der 16- bis 29-Jährigen haben bislang keine BU-Versicherung abgeschlossen. Warum unter 30-Jährige mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung zögern, zeigt eine Studie des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Swiss Life:
- Desinteresse: “Mit dem Thema Berufsunfähigkeit habe ich mich bisher noch nie beschäftigt.” (46 Prozent)
- Finanzielle Gründe: “Dafür habe ich nicht genügend Geld zur Verfügung.” (33 Prozent)
- Fehleinschätzung: “Das Risiko einer Berufsunfähigkeit schätze ich nicht so groß ein.” (16 Prozent)
- Unverständnis: “Das Thema und die Informationen dazu sind mir zu kompliziert.” (14 Prozent)
- Misstrauen: “Ich habe kein ausreichendes Vertrauen, dass die Versicherung im Falle einer Berufsunfähigkeit auch zahlt.” (9 Prozent)
- Sorglosigkeit: “Ich vertraue darauf, im Zweifelsfall durch meinen Arbeitgeber oder den Staat ausreichend abgesichert zu sein.” (7 Prozent)
Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Vorerkrankungen
Neben dem Alter, Hobbys, dem Beruf und BMI spielen auch etwaige Vorerkrankungen für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung eine enorme Rolle. Dabei könne Krankheiten sowohl höhere Beiträge verursachen, als auch der Grund für eine Ablehnung der BU sein. Darum werden vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung eine Reihe von Gesundheitsfragen gestellt.
Auswirkungen von Vorerkrankungen auf den BU-Schutz
Rheuma, psychische Erkrankungen oder Diabetes – es gibt eine Reihe von Vorerkrankungen die den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung zum einen besonders wichtig machen, zum anderen jedoch auch erschweren. Mögliche Vorerkrankungen absichtlich zu verschweigen ist keine Option. Es würde sich um eine arglistige Täuschung handeln und der BU-Versicherer hätte später das Recht die Zahlung einer BU-Rente zu verweigern. Im schlimmsten Fall kann es sogar zur Kündigung seitens des Versicherers kommen. Die Gesundheitsfragen sollten folglich immer wahrheitsgemäß beantwortet werden.
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Welchen Einfluss haben Vorerkrankungen auf die BU?
Folge der Vorerkrankungen | Bedeutung für den BU-Schutz |
---|---|
Keine Folgen | Manche Vorerkrankungen, wie beispielsweise einige Allergien, haben keine Auswirkungen auf den BU-Schutz und dieser kann ohne Nachteile und der Lebenssituation entsprechend abgeschlossen werden. |
BU mit Risikozuschlag | Die BU kann abgeschlossen werden, für den Versicherten werden jedoch höhere Beiträge fällig – der sogenannte Risikozuschlag. |
BU mit Ausschlüssen | Die BU kann abgeschlossen werden, jedoch mit dem Ausschluss von bestimmten Leistungen. Tritt die BU wegen der benannten Vorerkrankung ein, muss die Versicherung keine Rente zahlen. |
Ablehnung der BU | Die Vorerkrankung führt dazu, dass der Versicherer das Risiko als zu hoch einschätzt und den BU-Antrag ablehnt. |
Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen – Was zu beachten ist
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist keine Pflichtversicherung und kann jederzeit unter Einhaltung der entsprechenden Kündigungsfrist gekündigt werden. Aber Achtung: Die Kündigung der BU sollte nur dann erfolgen, wenn bereits eine neue BU-Police gewählt wurde.
Wie sinnvoll ist die Kündigung der BU?
Generell spricht nichts dagegen, seine BU zu kündigen. Ein Grund können bessere Konditionen sein. Der Versicherte ist folglich auf der Suche nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer längeren Laufzeit, einer höheren Rente oder einem günstigeren Tarif. Wichtig ist und bleibt: Vor der Kündigung sollte der neuer BU-Versicherer bekannt, wenn nicht sogar die BU-Police bereits abgeschlossen sein. So umgeht man das Risiko in eine Berufsunfähigkeit während der Versicherungslücke zu geraten und so keinerlei Absicherung zu haben. Die Kündigung und der BU Wechsel stehen demnach in einem engen Zusammenhang.
Nachteile einer BU Kündigung
Die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung sind unter anderem abhängig vom Eintrittsalter sowie möglichen Vorerkrankungen. Wechselt man seine Berufsunfähigkeitsversicherung erst nach vielen Jahren und hat sich beispielsweise der Gesundheitszustand geändert, kann der BU Tarif möglicherweise teurer werden. Um die Höhe zu ermitteln, werden sogenannte Gesundheitsfragen gestellt. Die neuen Policen sollten folglich vor einem Wechsel eingehend geprüft werden.
Checklisten zum Download
BU richtig wechseln
Was vor dem Wechsel zu bedenken ist
PDF herunterladen
Besten BU Tarif finden
Kriterien für einen guten Vertrag
PDF herunterladen
ARD-Mittagsmagazin: BU-Video
Berufsunfähigkeitsgesetz
Geregelt werden Arbeitsunfälle unter § 8 Abs. 1SGB VII. Nach der gesetzlichen Regelung zählen zu einem Arbeitsunfall alle Unfälle, die direkt mit dem Ausüben des Berufs im Zusammenhang stehen. Auch Unfälle bei Betriebsveranstaltungen sind versichert.
10 Fakten zur Arbeitskraftsicherung
1.
Erwerbsminderung: Etwa 180.000 Menschen scheiden jährlich durch eine Erwerbsminderung aus dem Berufsleben aus.
2.
Frühjahrsputz: Die meisten Unfälle passieren im Haushalt. Daher ist der Frühjahrsputz das Unfallrisiko Nummer 1.
3.
Männer unter 65: Statistisch wird jeder Vierte, besonders Männer, vor seinem 65. Lebensjahr berufsunfähig.
4.
Arbeitsweg: Ein Viertel der Deutschen haben eine BU. Besonders der Weg zur Arbeit birgt Unfallrisiken mit sich.
5.
Vorsätze: 8 Prozent der deutschen Arbeitnehmer nehmen sich vor, bis zum Jahresende eine BU abzuschließen.
6.
Arbeitsdruck: Sechs von zehn Arbeitnehmern leiden unter dem Druck auf Arbeit. Jeder Vierte wird schließlich berufsunfähig.
7.
Psychischer Stress: Jeder dritte Fall von Berufsunfähigkeit geht auf psychischen Stress zurück.
8.
Burnout: Von den Mitarbeitern eines deutschen Unternehmens leiden etwa 8 Prozent an Burnout-Syndrom.
9.
Burnout immer häufiger: Im Laufe der letzten sieben Jahre hat sich das Auftreten des Burnout-Syndroms verachtfacht.
10.
30-jährige gefährdet: Laut Experten wird jeder zweite heute 30-Jährige vor dem Rentenalter berufsunfähig werden.
Abgesicherte in Deutschland | 22 % ges. |
---|---|
Frauen | 17 % |
Männer | 28 % |
Häufige Gründe für Nichtabsicherung | Anteil |
---|---|
Kosten für die BU | 47 % |
Noch nicht damit beschäftigt | 27 % |
Quelle: YouGov-Umfrage im Auftrag der Hannoverschen, 2015
Berufsunfähigkeitsversicherung oder Erwerbsminderungsrente?
Sind Sie deutlich unter 50 Jahre jung, besteht kein ernstzunehmender Schutz über die Erwerbsminderungsrente durch die Deutsche Rentenversicherung. Selbst wenn Berufstätige nicht mehr als drei Stunden täglich in irgendeinen (nicht Ihrem!) Job arbeiten können, bekommen sie gerade einmal 29 Prozent des letzten Bruttoeinkommens als volle Erwerbsminderungsrente – und davon gehen Steuern und Krankenkassenbeiträge ab. Bei mehr als drei, aber weniger als sechs Stunden täglich, haben Sie Anspruch auf die halbe Erwerbsminderungsrente. Die liegt im Idealfall bei rund 15 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Können Sie mehr arbeiten oder sind Sie „nur“ berufsunfähig, bekommen Sie gar keine Rente der Deutschen Rentenversicherung.
Die geringe staatliche Absicherung macht klar: Wirklich abgesichert sind Sie nur mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung: Sinnvoll scheint die also allemal zu sein, da sie mit den Leistungen der BU problemlos 70 bis 90 Prozent Ihres letzten Nettoeinkommens absichern können.
Berufsunfähigkeitsversicherung oder Unfallversicherung?
Eine Unfallversicherung ist für viele eine gute Absicherung, um die Mehrkosten abzufedern, die nach einem solchen Vorfall oft entstehen: Etwa der Umbau des Hauses, des Fahrzeugs, Finanzierung von behinderungsbedingten Mehrkosten im Alltag. Die Arbeitskraft als Ihr wertvollstes Vermögen aber sichert die Unfallversicherung kaum ab. Und das liegt daran, dass gerade einmal 10 Prozent aller Berufsunfähigkeiten überhaupt durch Unfälle entstehen. In den übrigen 90 Prozent greift die Unfallversicherung bei einer BU also gar nicht, wenn diese beispielsweise durch einen Burnout oder Bandscheibenvorfall ausgelöst wird.
Deshalb gilt: Eine Unfallversicherung ist für viele sinnvoll, die sich gegen die finanziellen Folgen von Unfällen wappnen wollen – aber wer sich wirklich gegen das Risiko einer Berufsunfähigkeit umfassend absichern will, für den ist nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll.
Der Vergleich der Leistungsmerkmale der gesetzlichen Ansprüche mit den Leistungen der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung zeigt, wie wenig Absicherung das staatliche System bietet.
Merkmal | Deutsche Rentenversicherung | Top-Schutz mit BU |
---|---|---|
Leistungsversprechen | Rentenanspruch, wenn weniger als 6 Stunden am Tag gearbeitet werden kann. | 100 % Rente ab 50 % Berufsunfähigkeit |
Abstrakte Verweisung (Klauseln) | Möglich | Nicht möglich |
Rentenhöhe | Ergibt sich aus Versicherungsverlauf | Individuell vereinbar |
Leistungen bereits bei Arbeitsunfähigkeit | Nein | Ja, individuell versicherbar |
Nebenverdienst möglich? | Ja, wird aber ab bestimmten Einkommensgrenzen angerechnet | Ja, keine Anrechnung |
Keine BU Rente trotz Berufsunfähigkeitsversicherung?
Wer berufsunfähig ist, bekommt eine Rente von seiner Berufsunfähigkeitsversicherung – so ist die Regelung im Grundsatz. Aber schon bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie auf Klauseln achten, die dazu führen können, dass die versicherte Rente wegen Berufsunfähigkeit nicht oder erst mit einer Verzögerung ausgezahlt wird. Das sind die Stolperfallen, die dazu führen können, dass es trotz Berufsunfähigkeit keine Berufsunfähigkeitsrente gibt:
Häufige Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung
Wer benötigt eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Das Risiko, berufsunfähig zu werden, ist höher, als sich sicher viele bewusst sind. Jeder vierte Arbeitnehmer muss seinen Beruf mittlerweile vor dem Renteneintrittsalter aufgeben. Der gesetzliche Invaliditätsschutz reicht in der Regel nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Grundsätzlich ist der Bedarf bei körperlich Erwerbstätigen höher als bei „Kopfarbeitern“. Genauso haben Selbständige, Freiberufler und Arbeitnehmer in privatwirtschaftlichen Unternehmen eine größere Versorgungslücke als Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst und Beamte. Aber auch für Letztere kann sich eine zusätzliche Absicherung in Form einer sogenannten Dienstunfähigkeitsversicherung lohnen.
Ab wann werden die Leistungen aus der BU-Versicherung gezahlt?
Grundsätzlich ab dem Tag, an dem die Berufsunfähigkeit eingetreten ist – das kann der Beginn einer schwereren Erkrankung sein. Der Versicherer sollte möglichst umgehend in Kenntnis gesetzt werden, wenn das Risiko einer Berufsunfähigkeit besteht. Denn die Leistungsentscheidung kann dabei einige Monate dauern, da durch die Versicherungsunternehmen zunächst der medizinische Befund, die genaue Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit sowie eine gegebenenfalls vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung überprüft werden muss.
Wer hat die Aufgabe, die Berufsunfähigkeit festzustellen?
Die Berufsunfähigkeit stellt die Versicherung fest. Grundlage der Entscheidung sind dabei die Berichte der behandelnden Ärzte, seltener werden Gutachter eingeschaltet, die eine Einschätzung über das Vorliegen einer Berufsunfähigkeit treffen sollen.
Welchen Einfluss hat mein Gesundheitszustand auf den BU-Vertrag?
Mögliche Vorerkrankungen des Versicherungsnehmers beeinflussen die Prämienhöhe des Versicherten und können dazu führen, dass ein Antrag abgelehnt oder nur zu erschwerten Versicherungsbedingungen mit einem Prämienaufschlag oder einem Ausschluss für bestimmte Krankheiten angenommen wird. Bestehende Vorerkrankungen werden durch die Gesundheitsfragen für den Prognosezeitraum im Antrag ermittelt, je nach Rentenhöhe kann auch eine ärztliche Untersuchung erforderlich sein. Die Gesundheitsfragen sollten stets wahrheitsgemäß beantwortet werden, da der Versicherer ansonsten im Leistungsfall die BU-Rente aufgrund der Verletzung vorvertraglicher Anzeigepflichten verwehren kann.
Was passiert wenn ich schon einmal für eine BU abgelehnt wurde?
Wer einmal einen BU-Antrag gestellt hat, der beispielsweise wegen Vorerkrankungen abgelehnt oder nur mit Erschwernissen angenommen worden wäre, muss diesen Umstand bei einem weiteren Antrag immer angeben! Damit erhöht sich das Risiko, auch bei anderen Anbietern abgelehnt zu werden und am Ende gar keine Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten. Besser ist es deshalb, den gewünschten Berufsunfähigkeitsschutz nicht direkt zu beantragen, sondern eine Risikovoranfrage zu stellen bzw. einen Invitatio-Antrag: Damit wird der Versicherer aufgefordert, die Versicherbarkeit eines Kunden zu prüfen und daraufhin selbst ein Angebot zu erstellen. Das können Sie als Kunde annehmen oder eben auch ablehnen. Ihr Vorteil: Ein nicht angenommenes Angebot ist kein abgelehnter Antrag und muss bei weiteren Anträgen nicht angegeben werden. Vorsicht aber auch, wenn die Versicherer die Anfragedaten in der Risikodatei HIS spreichern – teilnehmende Versicherer können dann auf Ihre Daten zugreifen. Es werden aber immer weniger Versicherer, die so vorgehen! Wer dennoch keinen Vertrag erhält, oder unzufrieden mit den Versicherungsbedingungen ist, kann Alternativen wie die Erwerbsunfähigkeitsversicherung, Grundfähigkeitsversicherung oder Dread-Disease-Versicherung überprüfen.
Wie lange sollte ich die BU Laufzeit ansetzen?
Die Versicherungszeit, also der Zeitraum, in dem das Berufsunfähigkeitsrisiko abgesichert ist sowie die Leistungszeit (Zeitspanne, in der die Versicherung die BU-Rente maximal auszahlt), sollten möglichst bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter, also dem 67. Lebensjahr, gewählt werden. Je nach Risikoprofil des Antragsstellers ist dies aber nicht immer möglich. Personen in riskanten Berufen erhalten häufig nur Verträge mit Versicherungszeiten bis zum 55. oder 60. Lebensjahr. Daher lohnt ein intensiver Vergleich der Produkte und ihrer Versicherungsbedingungen am Markt.
Was bedeutet die sogenannte Nachversicherungsgarantie?
Mit der Nachversicherungsgarantie (Dynamik) können Berufstätige die Leistungen ihrer Police flexibel an geänderte Lebensumstände wie Geburt, Heirat, Scheidung, Jobwechsel, Hauskauf oder Gehaltserhöhungen anpassen und die Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Bei manchen Produkten am Markt kann dies sogar ohne das Vorliegen der genannten Ereignisse in regelmäßigen Abständen erfolgen. Manche Versicherer knüpfen dieses Recht zudem an bestimmte Altershöchstgrenzen, beispielsweise das 45. Lebensjahr. Auch die maximale Höhe der Anpassung kann je nach Anbieter variieren.
Was muss ich bei einem Berufswechsel für die Berufsunfähigkeitsversicherung beachten?
Die Versicherung versichert in der Regel den vor dem Eintritt der Berufsunfähigkeit ausgeübten Beruf. Spätere Berufswechsel haben folglich keinen Einfluss auf die Prämienhöhe und müssen dem Versicherungsunternehmen auch nicht gemeldet werden. Wichtig kann ein Berufswechsel werden, wenn Sie berufsunfähig werden: Manche Versicherer beziehen nämlich den zuvor ausgeübten Beruf mit ein in die Prüfung einer Berufsunfähigkeit – dadurch steigt ggf. das Risiko, dass Sie verwiesen werden, wenn Sie den ursprünglichen Beruf noch ausüben könnten.
Was verbirgt sich hinter dem Begriff: Abstrakte Verweisung?
Der Begriff der „abstrakten Verweisung“ ist eine mögliche Klausel im Versicherungsvertrag. In diesem Fall verweisen Versicherer auf eine gleichwertige Erwerbstätigkeit, die der Versicherte theoretisch trotz Krankheit ausüben könnte und zahlen dementsprechend keine BU-Rente. Ob der Versicherte den Job auch tatsächlich ausüben kann und eine Stelle bekommt, ist nicht relevant. Sie sollten daher eine Versicherung wählen, die auf eine solche Klausel im Vertrag verzichtet. Bei den meisten Gesellschaften ist die abstrakte Verweisung aber kein Thema mehr. Aber auch, wenn diese Klausel bei der Erstprüfung des Antrages bedingungsgemäß kein Thema ist, kann sie es bei einem vorübergehenden Ausscheiden aus dem Job – zum Beispiel durch eine Elternzeit – sehr wohl werden: Manche Versicherer greifen nämlich bei der Prüfung der Berufsunfähigkeit nur drei bis fünf Jahre auf den vor dem Ausscheiden ausgeübten Beruf zurück und sehen nach Ablauf der Frist tatsächlich eine abstrakte Verweisung vor. Gerade jüngere Menschen – vor allem Frauen, die Kinder haben möchten – sollten auf diese Klausel achten.
Was geschieht, wenn bis zum Ende der Laufzeit keine Berufsunfähigkeit eintritt?
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist grundsätzlich eine Risikoversicherung, bei der nach Ende der Versicherungszeit kein Guthaben anfällt. Anders sieht es bei sogenannten Invest—Policen aus, bei denen die Überschüsse nicht dazu verwendet werden, die Beiträge direkt zu senken, sondern bei denen die Überschüsse angelegt werden – meist in Fonds. Bei diesen Verträgen fällt am Ende der Vertragslaufzeit ein Guthaben an, die Beiträge sind aber auch entsprechend höher.
Was bedeutet die sogenannte Beitragsstundung im BU-Vertrag?
Die Beitragsstundung bezieht sich auf das Recht des Kunden, auf Antrag seine Beiträge zinslos stunden zu lassen, solange der Versicherer klärt, ob das Leiden als Berufsunfähigkeit anerkannt wird oder nicht. Angesichts der Tatsache, dass die Entscheidung des Versicherers mehrere Monate dauern kann und der vermeintlich Berufsunfähige kein Einkommen bezieht, sollte diese Möglichkeit unbedingt vertraglich festgehalten sein.