Podcast „Raus aus der Depression“: Persönliche Geschichten und wissenschaftliche Einblicke

In den neuen Folgen des Podcasts „Raus aus der Depression“, einer Kooperation von NDR Info und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention, teilen prominente Gäste ihre persönlichen Erfahrungen mit der Krankheit. Model und Influencerin Betty Taube sowie Comedian Maxi Gstettenbauer sprechen offen über ihre individuellen Wege durch die Depression und die Bedeutung von Therapie und Unterstützung. Begleitet werden die Gespräche von psychologischen Einordnungen des Psychiaters Prof. Dr. Ulrich Hegerl, der als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe tätig ist.

KKZ-Überblick

  • Betty Taube: Traumatische Kindheit als Auslöser für Depressionen im Erwachsenenalter.
  • Maxi Gstettenbauer: Panikattacken und Teilnahmslosigkeit führten zur Suche nach therapeutischer Hilfe.
  • Therapieansätze: Struktur im Alltag und professionelle Unterstützung als zentrale Elemente.
  • Wissenschaftliche Perspektive: Prof. Dr. Ulrich Hegerl erklärt Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.
  • Veröffentlichung: Neue Folgen jeden Dienstag in der ARD Audiothek und auf weiteren Plattformen, sonntags auch auf NDR Info.

Betty Taube: Vom Kinderheim zur Rennfahrerin

Betty Taube, bekannt aus „Germany’s Next Topmodel“, erzählt von ihrer traumatischen Kindheit mit einer alkoholabhängigen und gewalttätigen Mutter sowie ihrer Zeit im Kinderheim. Nach der Trennung von ihrem Mann wurde sie mit Erinnerungen aus ihrer Kindheit konfrontiert, die eine schwere depressive Episode auslösten. „Ich bin nicht aus dem Bett gekommen, hatte gar keine Motivation, aufzustehen“, schildert sie ihre Erfahrungen.

Erst durch den Kontakt zu einer Psychotherapeutin fand Taube den Weg in eine Klinik, wo sie sich intensiv mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzte. „Die Zeit in der Klinik war hart, aber sie hat mir so viel gebracht“, sagt sie heute dankbar. Mittlerweile hat sie sich als Rennfahrerin etabliert und findet Unterstützung im Alltag durch ihren Zwergdackel „Jumper“.

Maxi Gstettenbauer: Humor trotz Depression

Comedian Maxi Gstettenbauer berichtet über die Diskrepanz zwischen seiner Rolle als Entertainer und seinem inneren Zustand: „Als Comedian gute Laune verbreiten – und sich gleichzeitig wie abgeschnitten von der Welt fühlen.“ Mit Mitte 20 wurde er durch einen Freund auf seine Teilnahmslosigkeit aufmerksam gemacht. Häufige Panikattacken führten ihn schließlich zur psychotherapeutischen Behandlung.

Gstettenbauer hebt hervor, wie wichtig eine feste Alltagsstruktur für seinen Weg aus der Depression war: „Struktur hilft echt, den Verstand zu beruhigen.“ Auch die Unterstützung seiner Frau und Freunde spielte eine entscheidende Rolle.

Wissenschaftliche Einordnung durch Prof. Dr. Ulrich Hegerl

Prof. Dr. Ulrich Hegerl ergänzt die persönlichen Berichte durch fundierte wissenschaftliche Einblicke in die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Depressionen. Er betont, dass sich die Symptome wie Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit oder Schlafstörungen bei vielen Betroffenen ähneln – unabhängig von deren Lebensumständen.

Hegerl ist seit Jahren in der Behandlung psychisch erkrankter Menschen tätig und leitet die Stiftung Deutsche Depressionshilfe, die sich für bessere Versorgung depressiver Menschen sowie für Suizidprävention einsetzt.

Ziel des Podcasts

Der Podcast „Raus aus der Depression“ möchte nicht nur Betroffenen helfen, sondern auch Angehörige sensibilisieren und Vorurteile gegenüber psychischen Erkrankungen abbauen. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe bietet darüber hinaus vielfältige Informations- und Hilfsangebote wie das deutschlandweite Info-Telefon Depression (0800 33 44 5 33).

Die letzten beiden Folgen der sechsten Staffel erscheinen am 8. April mit Ex-Fußballprofi Timo Hildebrand und Schauspieler Patrick Müller als Gästen. Der Podcast wird zudem sonntags um 7:34 Uhr und 14:34 Uhr im Radioprogramm von NDR Info ausgestrahlt.

Über die Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Die Stiftung wurde 2008 gegründet und verfolgt das Ziel, die Versorgung depressiv erkrankter Menschen zu verbessern und die Zahl der Suizide in Deutschland zu reduzieren. Mit lokalen Bündnissen in 90 Städten bietet sie Aufklärung über Depressionen auf lokaler Ebene an. Entertainer Harald Schmidt ist Schirmherr der Stiftung.

Durch persönliche Geschichten und wissenschaftliche Expertise schafft der Podcast „Raus aus der Depression“ ein tiefgehendes Verständnis für die Krankheit – ein wertvoller Beitrag zur Enttabuisierung psychischer Erkrankungen in unserer Gesellschaft.