Haustiere und Gesundheit: Wie Vierbeiner das Wohlbefinden steigern können

Haustiere sind nicht nur treue Begleiter, sondern haben auch nachweislich positive Effekte auf die Gesundheit ihrer Besitzer. Eine aktuelle Ausgabe des Apothekenmagazins Diabetes Ratgeber beleuchtet, wie Hunde, Katzen und andere tierische Gefährten das körperliche und psychische Wohlbefinden fördern können. Besonders Hundebesitzer profitieren durch regelmäßige Bewegung und die Ausschüttung von Glückshormonen – Effekte, die sich sogar auf die Lebenserwartung auswirken können.

KKZ-Überblick

  • Bewegung: Hundebesitzer erreichen häufiger das empfohlene Minimum von 150 Minuten Bewegung pro Woche.
  • Stressabbau: Streicheln eines Haustiers senkt das Stresshormon Cortisol und erhöht das Kuschelhormon Oxytocin.
  • Herzgesundheit: Regelmäßiger Kontakt zu Tieren kann den Blutdruck senken und das Herz schützen.
  • Schmerzlinderung: Hunde helfen, Schmerzen besser zu bewältigen – oft effektiver als menschliche Begleitung.
  • Geistige Fitness: Langjährige Haustierhalter über 65 Jahre sind geistig leistungsfähiger als Menschen ohne Tiere.

Bewegung und Herzgesundheit

Eine Studie zeigt, dass Hundebesitzer deutlich häufiger die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen 150 Minuten Bewegung pro Woche erreichen. Regelmäßige Spaziergänge mit dem Hund fördern nicht nur die körperliche Fitness, sondern wirken sich auch positiv auf die Blutzuckerwerte aus – ein entscheidender Faktor für Menschen mit Diabetes.

Darüber hinaus verbessert der Kontakt zu Haustieren die Herzgesundheit. Das Streicheln eines Tieres führt zur Ausschüttung von Oxytocin, einem Hormon, das für Entspannung und Wohlbefinden sorgt. Gleichzeitig sinkt der Cortisolspiegel, wodurch Stress reduziert wird. Langfristig kann dies den Blutdruck senken und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern.

Schmerzen besser bewältigen

Interessanterweise können Hunde auch bei der Schmerzlinderung eine wichtige Rolle spielen. Studien deuten darauf hin, dass Menschen in Anwesenheit eines Hundes Schmerzen besser bewältigen können – oft sogar effektiver als mit menschlicher Unterstützung. Dies zeigt, wie tiefgreifend die emotionale Bindung zwischen Mensch und Tier sein kann.

Geistige Fitness im Alter

Haustiere fördern nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch die geistige Leistungsfähigkeit. Eine Untersuchung ergab, dass langjährige Haustierhalter über 65 Jahre geistig fitter sind als ihre Altersgenossen ohne Tiere – unabhängig davon, ob es sich um Hunde, Katzen oder andere Tiere handelt. Der regelmäßige Kontakt zu einem Tier hält den Geist aktiv und unterstützt ein positives Lebensgefühl.

Voraussetzungen für eine gesunde Mensch-Tier-Beziehung

Psychologin Andrea Beetz von der IU Internationalen Hochschule betont jedoch, dass eine gute Beziehung zum Haustier Zeit und Engagement erfordert: „Wichtig ist es, zu seinen tierischen Gefährten eine gute Beziehung aufzubauen. Dazu braucht es Zeit und den Willen, sich auf sie und ihre Bedürfnisse einzulassen.“

Auch Tierärztin Dr. Ursula von Einem weist darauf hin, dass ein Haustier nicht für jeden geeignet ist. Vor der Anschaffung sollten wichtige Fragen geklärt werden:

  • Haben Sie genug Zeit für die Pflege des Tieres?
  • Sind Sie bereit, Ihren Alltag an dessen Bedürfnisse anzupassen?
  • Eignet sich Ihr Zuhause für eine artgerechte Haltung?
  • Liegen Allergien vor?
  • Wer kümmert sich um das Tier während Ihrer Abwesenheit?

Fazit: Haustiere als Gesundheitsförderer

Haustiere bereichern das Leben ihrer Besitzer auf vielfältige Weise – körperlich wie emotional. Sie fördern Bewegung, reduzieren Stress und stärken die geistige Fitness bis ins hohe Alter. Dennoch sollten potenzielle Halter vorab prüfen, ob sie den Bedürfnissen eines Tieres gerecht werden können. Denn nur eine harmonische Mensch-Tier-Beziehung bringt langfristig Vorteile für beide Seiten.